Car2go: Unterbrechung des Praxistests wegen negativer Meinung eines Keyinfluencers

Wie nur, fragten wir uns, schafft man es, bei Car2go Fragen zu einem Firmenaccount zu stellen, ohne sich vorher anzumelden? Auf der Firmenkundenseite nur die Aufforderung, sich zu registrieren, aber genau das wollten wir ja nicht sofort…

Die reden nicht mit jedem, war der erste Gedanke und auch ein Blick auf die Car2go Presse Seite zeigt: Nur Emailadressen, keine Telefonnummern. Die reden wirklich nicht mit jedem, war dann auch der zweite Eindruck, der dann durch einen Blick ins Impressum nochmals bestätigt wurde, auch hier keine Telefonnummer, wie bei den anderen Carsharing Anbietern. Mercedes eben, die verkaufen ja auch nicht jedem ein Auto, aber das ist nochmals ein vollkommen anderes Thema (mehr dazu in unseren Vorträgen und Keynotes).

Das Blog von Thomas Knüwer verdeutlicht in diesem Zusammenhang zwei Dinge: Car2go hat noch viel in Sachen Service und Kundenfreundlichkeit zu lernen und Car2go ist nicht an der Meinung eines Keyinfluencers interessiert.

Thomas Knüwer schildert unter den Titel „Warum ich nicht mehr Car2go nutze – DriveNow aber sehr gern“ seine Erlebnisse mit Car2go und warum er sie nicht mehr nutzt: Kundenunfreundlichkeit. Die Daimler-Tochter, das räumt Knüver klar ein, war zwar sachlich im Recht, aber manchmal hält man leichter einen Kunden durch Kulanz und gewinnt, wenn es wie in diesem Fall ein Keyinfluencer ist, noch ein neuer dazu. Umgekehrt: Gegen Überschriften wie „Warum ich nicht mehr Car2go nutze – DriveNow aber sehr gern“ kann dann die eigene PR Arbeit nur schwer ankämpfen. Eine positive Pressemeldung wie „25.000 neue Car2go Kunden in Hamburg“ verpufft, weil der Leser ohnehin von toten Accounts ausgeht.

Ein Blick in unsere Social Media Analyse Carsharing zeigt, dass das Thema zunimmt, und dass auch Car2go wegen seiner Aktivitäten in Berlin und diverser Pressemitteilungen im Fokus ist, aber es scheint wohl Car2go Policy zu sein, den deutschen Markt aus einer Festungssicht erobern zu wollen. Eine mutige Strategie. Vorbei die Zeiten, in denen man Journalisten und Blogger eingeladen hat, sich persönlich ein Bild zu verschaffen, heute straft man sie wohl compliancekonform mit Leerformeln.

In diesem Sinne: Ein schönes Wochenende…