Monthly Archives: Oktober 2011

SCHLECKER – Foll Daneben

„For You, Vor Ort“ lautet der neue Claim von Schlecker und die w&v findet ihn doch tatsächlich peinlich. Wir finden ihn eher ein wenig inkonsequent, denn eigentlich müsste es ja heißen: „For You. For Ort“… oder doch „Vor You. Vor Ort“…??

In einer Zeit in der man sich nicht mehr trifft, sondern meetet oder datet (schreibt man das jetzt mit einem englischen „d“ am Ende?), in einer Zeit, in der Medienwirksamkeit wichtiger ist, als geistige Größe und gebachelte und gebeutelte Studenten verängstigt (und meist metro-A-sexuell) mit einem Kompass (den sie Smartphone nennen) durch die Gesellschaft huschen, in dieser Zeit ist eine Claim wie For You. For Ort. absolut zeitgemäß. Das findet dann auch die Schlecker Kommunikation und verweist darauf, dass der Claim durch sein “provokant kalauerndes Denglisch” besonders gut im Gedächtnis bliebe und noch dazu kontroversen Gesprächsstoff liefere. An dieser Stelle schließt der Bundestrafficminister verzweifelt seinen Klapprechner zu und empfiehlt, die Kette in Picky Eater umzutaufen (Schlecker ist der Schwäbische Begriff für jemand, der nur ganz bestimmte Dinge isst, die er mag…).

Doch zurück zur Firma Picky Eater: In diversen Schreiben verteidigt Schlecker den Claim, denn schließlich ist er ja für das niedere bis mittlere Bildungsniveau der Kundschaft gedacht….

Damit liegt Schlecker foll im Trend, denn ein Blick ins Hartz IV Vernsehen unterstreicht die Pisa Schräglage der Gesellschaft follends. Wir halten also vest: Robinson Krösus hat das ungebildete Land ferlassen, die ferbleibende Media Elite hat sich eine eigene Sprache geschaffen, verner gilt: Geil ist Geil statt Geist ist Geil oder wie es Amir Kassei ausdrückte: Aus einem kranken Arsch kommt kein gesunder Furz…

 

Ganz unten, so zeigt die Firma Schlecker, geht immer noch ein wenig tiefer. Was die Inkonsequenz mit dem For vs. Vor anbetrifft, so stellen wir einen „Gegenvorschlag” ins Netz und wünschen ein schönes Wochenende…

Sein oder Nicht-Design, das ist hier die Klage

In Fortführung Guggenbergers  Sein oder Design könnte man zeitgenössisch die These aufstellen: Sein oder Nicht-Design, das ist hier die Klage. Erst wenn eine Marke, so konnte an andere Stelle gezeigt werden, über ein gewisses Maß an Religiosität verfügt, ist sie Social Media tauglich, was im Weiteren als Synonym für gesellschaftstauglich verwendet wird: Ich glaube an die Kraft von Nutella, mein täglich Nutellabrot gib mir heute, erlöse mich von schlechten Brotaufstrichen und bewahre mich vor herabfallenden Klavieren, dicken Nespresso Dealerinnen in Stuttgart und Seitenbacher Radiospots…

Design im Sinne von strukturgebender Oberfläche dient der Gesellschaft als Orientierungshilfe in einer zunehmend dekontextuiert kommunizierenden Gesellschaft.  Unabhängig davon ist „Design“ fester Sprachbestandteil geworden: Designerdrogen, Food Design, Designermöbel, Modedesigner, Designhotels, Webdesign oder Corporate Design. Letzteres kann als mitverantwortlich gesehen werden für die Globalisierung nordamerikanischer Marken. Dumm nur, dass diejenigen, die eigentlich keine Kultur haben, uns neben ihren koffeinhaltigen Kaltgetränken auch eine Kaffeehaus“Kultur“, i.e. Starbucks aufdrängen und Europa mit dünnem, aber teuren Designer Kaffee verseuchen, den man nur nach zahlreichen sprachtechnischen Workshops ordern kann: Venti not so hot with colesterol-free milk without whipped cream and extra chocolate powder premium hot chocolate (sollten die Workshops nicht greifen, fragen Sie Ihren Arzt oder legen Sie sich auf Ihren Therapeuten)

Sachs” spricht in diesem Zusammenhang von Global Design. Wo die Globalisierung der einzelnen Marke nicht greift wird parallel eine Glokalisierung vorangetrieben, die Marke wird lokal angepasst. Die McDonaldization stoppt an Stellen, an denen sie an lokale Geschmacksgrenzen gelangt – die Anheuser-Busch InBev würde beispielsweise niemals ihre bayerischen Marken Löwenbräu oder Spaten in die Nähe ihrer globalen Marken Becks, Budweiser oder Stella Artois bringen.

Das Corporate Design oder das Kommunikationsdesign kann also an lokale Grenzen stoßen und muss dann über den Claim, die Geschmacksabwandlung oder aber durch eine Logo Anpassung adaptiert werden. Umgekehrt, so kann festgehalten werden, gelingt es regionalen Marken nicht so leicht, den Weg in internationale Gefilde anzutreten, der Kirschenstrich  beispielsweise ist keine allgemein bekannte Marke, die man ohne weiteres in andere Sprachen übersetzen und internationalisieren könnte. Produkte oder Firmen aus dieser Region können sich demzufolge nicht auf die Kraft eines Geo-Marketing verlassen und müssten entweder selbst große Etats aufbringen oder mit anderen Marken eine konzertierte Kommunikation entwickeln (wahlweise hat man das Glück, dass ein namhafter Caravan Koch mit Kenntnis schwäbischer Standheizungen und vor allem der afrikanischen Küche den Kirschenstrich in seinen Rezepten aufgreift). Biosphäre Schwäbische Alb müsste also (ohne den Koch aus dem Bereich Standheizungen) ein allumspannendes Kommunikationskonzept sein, dessen Design so mächtig ist, dass es die Region in aller Welt repräsentieren kann und vor allem so, dass es auch die ganze Welt aussprechen kann wie etwa Oktoberfest oder Black Forest – Design für Millionen Menschen…

Hebt man den Aspekt der Mächtigkeit des Tools Design hervor, wird sehr schnell deutlich, dass neben utilitären und funktionalen Konditionen verstärkt auch situationistische Differenzen der Interaktion mit Gütern zu berücksichtigen sind (vgl. hierzu Albus). An dieser Stelle soll demzufolge der emotionale Ansatz aus zwei Blickwinkeln in Stellung gebracht werden: Aus sozialwissenschaftlicher Sicht, wird der Aspekt der Religiosität der Marke weiter verfolgt und und aus Design Sicht verfolgen wir die Hypothese einer sozial-kognitiven Oberflächen-Dissonanz in Anlehnung an den sozialpsychologischen Terminus der kognitiven Dissonanz im ursprünglichen Sinn.

Hypothese eins: Nur konkludentes Design wird vom Verbraucher akzeptiert. Beispiel: Schlechtes Klangdesign beim Klingelton zu einer SMS erzeugt eine Ton-Bild-Schere, i.e. der Schreiber der Nachricht gerät in eine akustische Hiobsfalle – quod est demonstrandum (Übersetzung für den gebachelten und gebeutelten Studenten: was noch zu beweisen ist).

Hypothese zwei: Mangels kommunikativer Fähigkeiten, wird Kommunikation auf Design-Oberflächen reduziert. Ich bin ok, du bist ok vs. deine Jacke ist cool, dein Auto ist Scheiße. Demzufolge müssten bei einer Social Media Analyse die alltagshäufigsten Begrifflichkeiten Automobil und/oder Mobilfunk, i.e. Smartphone, exorbitant hervorstechen – quod est demonstrandum (Übersetzung für den Fußballer: schaumermal…).

Hypothese drei: Wenn Kommunikation auf Design reduziert wird, wird Design ebenfalls auf social media Kriterien reduziert: Gefällt mir vs. gefällt mir nicht. Designtypische Eigenschaften, also das worauf der Designer stolz sein kann und will, werden vom Homo Socio Medialis nicht wahrgenommen.

Hypothese vier: Design bedeutet nicht zwingend Qualität. Es ist zu vermuten, dass das sprach- und kulturreduzierte menschliche Wesen zum einen Design in sozialen Netzen in die Nähe von Webdesign bringen wird und zum anderen aufgrund der monetären Determiniertheit  auf alltagstaugliche Gegenstände reduziert – quod est demonstrandum (Übersetzung für den Saturn Kunden: Geist wäre geil)

Antithese: Wenn man vier Hypothesen veröffentlicht, werden es wie immer viele lesen, aber nur 0,01 Prozent werden eine eigene Meinung haben. Darüber hinaus gilt: vier Hypothesen erzeugen mindestens 8-12 neue halbwissenschaftliche Thesen und eine Synthese ist in weiter Ferne. Bevor jedoch ein radikal-emanzipatorischer Vorgriff eine diskursethische Entwicklung einer neuen bahnbrechenden Design-Synthese konterkariert, soll eine Social Media Analyse Klarheit verschaffen.

Man muss nicht untergehen, wenn man Dingen auf den Grund geht.

 

Media Talk

Extreme Lounging in Hamburg” war die Headline bei der Media Lounge, die sofort eine Mailflut auslöste: Ist da nicht ein „e“ am Extrem zu viel?

Wenn es deutsch wäre: ja. Aber seit wann ist „Lounging“ ein deutsches Wort? Genauso wenig wie Mailflut. Also Flut schon, aber wenn es nach dem Bundestrafficminister Ramsauer ginge (das ist der mit dem Klapprechner), hätte der erste Satz so lauten müssen: „ Extrem Abhänging in Hamburg“ war die Überschrift bei der Media Gruppe, die sofort eine elektronische Briefflut auslöste…

Es wird deutlich: Der Media Professional spricht nicht nur eine andere Sprache, er lebt in einer anderen Welt. Er steht früh auf, geht joggen, ärgert sich dann, dass das Shower Gel leer ist, nimmt seine Corn Flakes zu sich und geht ins Office, aber nur, wenn er vorher kein Business Breakfast hat. Im Office beantwortet er dann seine Mails und hat ein paar Calls bevor er mit anderen Professionals zum Lunch geht. Bevor er abends den Heimweg antritt, schaut er noch beim After Work Event vorbei und networked ein wenig. Ansonsten ist der Media Professional meistens busy und in Meetings, Party macht er natürlich auch manchmal, feiern tut er so gut wie nie. Heute Abend trifft man viele Media Professionals im Juli in Hamburg zum Media Lounge Get Togther…

Auf deutsch: Wir treffen uns (ohne Herrn Ramsauer) mitten in Hamburg und mitten im Oktober im Juli und führen gute Gespräche mit Menschen, denn DIE sind uns wichtig…

 

 

 

 

and now something completely different…

And now something completely different…  war eine beliebte Redewending bei Monty Python, die auch hier zum Einsatz kommen soll: Nachdem gestern der Proust-Fragebogen und dessen Möglichkeiten skizziert wurden, wenden wir uns heute der praktischen Umsetzung zu. Der Proust-Fragebogen auf Media Lounge, um zu illustrieren, wie eine Firma präsentiert werden könnte…

And now something completely different…

Wir werden nächste Woche das Thema Design und Trendtage vertiefen.

Vorher jedoch geht es nach Hamburg

Der Marcel-Proust-Fragebogen – Marktforschung neu definiert

Fester Bestandteil des einen oder anderen Print-Magazins war lange Jahre ein Fragebogen aus den Pariser Salons. Marcel Proust soll ihn sogar mehrfach ausgefüllt haben. Wir finden, dass die schöne Tradition des Salon Gesellschaftsspieles durchaus auch heute noch zeitgemäß ist und wollen mit unserem Fragebogen in Anlehnung an Marcel Proust zum einen die Tradition des Salon-Gespräches aufleben lassen und zum anderen einen Stimmungsindex aus Sicht der Top Manager erstellen. Teile des Fragebogens fließen anonymisiert in ein Führungskräfte-Barometer. Expertenbefragung mit Tiefgang.

Wir werden den Fragebogen in vier Branchen untergliedern: Media Professionals, die Fragebogen aus dieser Kategorie werden in unserm Magazin Media Lounge vorgestellt, Automotive Professionals, die Vorstellung erfolgt in unserem Auto Magazin), Immobilien Profis werden in unserem Immobilien Magazin vorgestellt, in der vierten Kategorie werden alle Sonstigen subsummiert.

Der Aufbau ist einfach:

Vorstellung des Top Managers sowie seiner Firma

Heute befragen wir Herrn/Frau XXX, er/sie ist Gründer und Geschäftsführer der Firma YYY (www.firmenhomepage.de)

YYY beschäftigt x Mitarbeiter, ist der führende Anbieter von … = Firmenvorstellung

Gerne kann der Befragte auch Persönliches preisgeben:

XXX ist …. liebt, mag, bevorzugt = Vorstellung Top Manager

Es folgt ein FOTO (gerne auch zwei oder drei)

Und dann kommen auch schon die Fragen:

In welchem Land möchten Sie leben?

Was ist für Sie das vollkommene irdische Glück?

Welche Fehler entschuldigen Sie am ehesten?

Was ist für Sie das größte Unglück?

Welche Eigenschaft schätzen sie bei einer Frau am meisten?

Welche Eigenschaft schätzen sie bei einem Mann am meisten?

Ihre Lieblingstugend?

Ihre Lieblingsbeschäftigung?

Ihr Hauptcharakterzug?

Was schätzen bei Ihren Freunden am meisten?

Ihr größter Fehler?

Was möchten Sie sein?

Ihre Helden der Wirklichkeit?

Ihre Helden in der Geschichte?

Welche drei Dinge würden Sie auf eine einsame Insel mitnehmen?

Was verabscheuen sie am meisten?

Welche Reform bewundern Sie am meisten?

Welche natürliche Gabe möchten Sie besitzen?

Wen würden Sie gerne persönlich treffen?

Wie beurteilen Sie die konjunkturelle Lage im Vergleich zum letzten Jahr?

(Schulnoten 1-6)

Wie beurteilen Sie die Leistungen der Politik?

(Schulnoten 1-6)

Wie beurteilen Sie die Situation Ihrer Branche?

(Schulnoten 1-6)

Was sehen Sie als die größte Herausforderung für Ihre Branche in den nächsten 5 Jahren?

Wie wird sich die Medienlandschaft entwickeln?

Welche Trends werden sich in den nächsten 5 Jahren durchsetzen?

Ihre gegenwärtige Geistesverfassung?

Ihr Motto?

Und am Ende erfolgt dann die anonymisierte Auswertung:

Die Ergebnisse werden in einer Studie zusammengefasst und fließen selbstverständlich auch in unsere anderen Forschungsergebnisse ein, die dann im Rahmen unserer Trendtage präsentiert werden.

Design: Media Lounge jetzt nicht in neuem Design, sondern mit NEUER Hompage

„Erleben Sie in einer originalen DDR-Platte die schönsten Seiten ostdeutscher Raumgestaltung“, verkündet der Betreiber des Berliner DDR Design Hotels „Ostel“ auf seiner Homepage. „Sie wohnen inmitten von Möbelklassikern wie Schrankwand „Karat“ und Multifunktionstisch. Besuchen Sie unser außergewöhnliches Hostel direkt am Ostbahnhof in Berlin. Das Ostel Hostel Berlin wurde im Jahr 2010 vom Max City-Guide zu einem der besten Hostels in Berlin gewählt. Unser Haus ist für Alleinreisende, Klassenfahrten, Gruppenreisen und Wochenendfahrten.“

Ostalgie hat Hochkonjunktur und so verwundert es niemanden, dass das Hotel ein Renner ist. Ob Design oder Nicht-Design, das ist jedoch die entscheidende Frage. Dass Design unverzichtbarer Teil der Gesellschaft geworden ist, konnte an andere Stelle bereits festgestellt werden. Ob die Möbel des Ostels in Berlin, alle ausnahmslos aus einem VEB-Möbel-Kombinat, nun Design sind oder nicht, kann diskutiert werden. „Eine Nacht DDR-Grusel“, nennt es die BZ. Nicht so freundlich stehen die Stasi-Opfer  dem Hotel gegenüber, sie sind entsetzt über so viel Geschmacklosigkeit – was allerdings nichts mit den VEB Designer Möbeln zu tun hat…

Wir unterbrechen an dieser Stelle die Design Diskussion für eine wichtige Durchsage:  Seit heute ist das neue Magazin „Media Lounge“ online.

Die Media Lounge vereint in 10 XING Gruppen über 24.000 Media Professionals aus 10 Städten. In regelmäßigen Abständen veranstaltet sie Dinner und Get Together. NETTworking für Media Professionals fernab des sonst üblichen Small Talks, denn an jedem Stehtisch ist ein Experte, mit dem man sich über dessen Spezialgebiet unterhalten kann.

Bestandteile des Media Lounge Magazins sind Lifestyle-Berichte, Eventankündigungen und Berichtes von Events und Messen. Vorgestellt werden aber auch die Köpfe der Branche und last but not least gibt es eine Rubrik „Jobs & Chances“ .

www.medialounges.de

Und hier  die nächsten Termine der Media Lounge:

Media Lounge München 18.10: http://bit.ly/MLMunich5

Media Lounge Hamburg 20.10.: http://bit.ly/MLHH10

Media Lounge Stuttgart 03.11.: http://bit.ly/MLStuttgart3

 

Media Lounge & STROKE.ARTFAIR am 13.10. in Berlin

Wir bedanken uns an dieser Stelle ganz herzlich für die zahlreichen Mails am gestrigen Tage. Wir waren kurz in Sorge, dass der Agenturbetrieb erlahmen könnte. Was die die Stuttgarter Talcid-Gastronoimie anbetrifft, so haben wir sie gut überstanden. Wer talcidfreie, leckere und fantasievolle Küche sucht, wird sie zukünftig in unserem neuen Reisemobil Magazin finden. Aber dies nur am Rande…

Doch nun zu einem vollkommen anderen Thema. Wir freuen uns auf das nächste Event in Berlin:

Media Lounge meets STROKE.ARTFAIR

“Wir wollen nicht mehr und nicht weniger als den Kunstmarkt revolutionieren!” behauptet Marco Schwalbe, der Creative Direktor der STROKE.ARTFAIR mit verschmitztem Lächeln und zynischem Augenzwinkern. Mit zahlreichen Sonderausstellungen und Highlights startet die Kunstmesse STROKE vom 14.-16.10. in Berlin durch.

Die Kunden von Mind Store Marketing und die Mitglieder der Media Lounge haben am 13.10. die Möglichkeit, exklusiv an einer Pre Opening Vernisage teilzunehmen. Anmeldungen unter: http://bit.ly/MLBerlin1 

Hier das Programm im Detail:

Sonderausstellung Digitale Kunst

Mit dem Einzug immer leistungsfähigerer Computer und Software und der allgemeinen Digitalisierung des Alltages wuchsen auch die Möglichkeiten im Bereich digitaler Ausdrucksformen. Nicht zu letzt die Werbung ermöglichte es vielen Illustratoren und Motion-Designern, zu experimentieren und die neuen – schier unendlichen Varianten digitaler Ästhetik zu erkunden. Die STROKE.ARTFAIR zeigt mit der digitalen Sonderausstellung auf, dass viele Designer und Illustrationen wahre Künstler sind.

Sonderausstellung „Historie Urban Art – Teil 1“

“I prefer you hate me rather then ignoring me” Verhasst, kriminalisiert und geahndet. Fame, Respekt und Zeitkultur. Kaum ein anderer subkultureller Aspekt hat während der letzten 40 Jahre ähnliche ambivalente Reaktionen hervorgerufen wie das Graffiti Tag. Mit Dosen oder Markern bewaffnet wird das städtische Umfeld mit dem eigenen Namen markiert. Mit einem Special widmet sich die STROKE einem der bedeutendsten historischen Aspekte der Urban Art.

Sonderausstellung „Urban Photography“

Sie sind überall, sie sind immer auf Standby und sie sehen scheinbar fast alles – die digitalen Kameras. Jeder Moment, und sei er noch so belanglos wird fleissig dokumentiert. Der Grieche Argus wäre wohl spätestens im 21. Jahrhundert arbeitslos geworden – oder hätte sich zumindest einen FlickR – Account zulegen müssen. Ist aber neben der schieren Flut an Amateur-Schnappschüssen, die völlig überästhetisierte Welt der professionellen Werbefotografie das scheinbar nächste Übel, scheint es auf den ersten Blick kaum ein bedeutsames photografisches „Mittelfeld“ zu geben.

STROKE.STUDIO

Auch wenn die Urban Art heute hauptsächlich in Ateliers und Studios entsteht, sind viele Aspekte ihrer Entwicklung geblieben: Spontanität, der Mut zum Experimentieren, das Interesse an Kollaboration und der Wunsch sich mitzuteilen. Aus diesem Anlass präsentiert die STROKE mit freundlicher Unterstützung von G-Shock das STROKE.STUDIO. Das Studio ist jedem Künstler und Besucher zugänglich und wird somit zum kreativen Kern, zum kommunikativen Schmelztiegel der Messe. Neben diversen Utensilien, Werkzeugen und Materialien, die zum Arbeiten und Experimentieren einladen, werden Workshops das STROKE.STUDIO zu einem weiteren Highlight machen.

CITROËN DS3 City Tour

CITROËN und die STROKE.ARTFAIR präsentieren die “CITROËN DS3 City Tour”. Vier Künstler aus Polen, Frankreich und Deutschland gestalten je einen CITROËN DS3 zu einem einmaligen fahrenden Kunstwerk um. Die Besucher der STROKE werden mit diesen speziellen Autos auf eine Urban Art Spritztour durch Berlin eingeladen (Weitere Infos in unserem Auto Magazin)

STROKE.ARTFAIR & Media Lounge. Wir freuen uns auf euren Besuch: http://bit.ly/MLBerlin1 

Weitere Termine:

Media Lounge München 18.10: http://bit.ly/MLMunich5

Media Lounge Hamburg 20.10.: http://bit.ly/MLHH10

Media Lounge Stuttgart 03.11.: http://bit.ly/MLStuttgart3

Medienforum Mittweida am 14./15. November. Vortragsthema:

Robinson Krösus Flucht aus Grünwald oder: Warum Erik Ode doch Recht hatte und es für die Medien immer schwieriger wird, den Konsumenten zu erreichen.

stay tuned, der Herbst wird spannend…

 

Beziehungsstatus: Gutes Schwein

Der Orgasmus eines Schweins, so kann man seit Tagen auf facebook lesen, dauert 30 Minuten (dahinter kann man dann in Klammern lesen: Oh. Mein. Gott !!!). In den Folgesätzen der Geschichte kann man dann ebenfalls in Klammern lesen, dass der jeweils Postende die Geschichte mit dem Schwein noch nicht ganz verarbeitet hat  – wen wundert dies, denn so lange alle verpeilt, metro-A-sexuell und/oder Playstation spielend durchs Leben gehen, sind 30 Minuten EXTREM viel – Klammer zu.

Wir versuchen an dieser Stelle (ohne an die 30 Minuten zu denken) gemeinsam (klar, dass alle nur noch an das Schwein und die 30 Minuten denken) eine praktikable Lösung zu finden. Als Forschungsdesign für die 30-Minuten-Studie wird die antiquierte Form Mann (also richtiger) trifft Frau (also nicht metro-A-sexuell). Die entscheidende Frage (vergiss doch bitte jetzt das Schwein) ist: WO trifft der homo social-medialis auf das passende Weibchen/Männchen.

Wenn er bei Facebook stupst, so haben die Forschungen ergeben, ist die Wahrscheinlichkeit, REAL jemanden kennenzulernen gleich NULL (wahlweise könnte man jetzt einfach gezielt nach Profilfotos vorgehen und sich die jeweilige Person in den Freundeskreis „einverleiben“, dann aber steigt statistisch gesehen die Chance, dass facebook den Account sperrt – auch diese Forschungsreihe ist erfolgreich abgeschlossen). Es bleibt also nur der Gruppe „Sex ist okay, aber anstupsen geht dann doch zu weit“ beizutreten und dann den Gang ins reale Leben anzutreten (das ist dort, wo die twitterer nach #kaffee und #duschen jeden Morgen angeblich hingehen – kalt #duschen hilft ihnen vorher, die 30 Minuten mit dem Schwein aus dem Kopf zu bekommen).

Damit die sich der Forschungsansatz (wir lieben Jugend forscht) nicht in der Realität verliert, gilt es Plätze zu finden, die paarungswilligen Einzelmenschen den Kontakt erleichtern. Schwierig, denn die Wiesn ist vorbei (und die Wasn muss noch üben, aber das ist nochmals eine andere Geschichte und es sollen an dieser Stelle mit Sprüchen wie „„Wiesn, wasn sonst“ auch keine alten Wunden aufgerissen werden).

Begeben wir uns also an einen Platz, der für den zivilisierten Menschen EXTREM wichtig geworden ist: Wir gehen zum autorisierten Nespresso Espresso Dealer. Dort, so weiß man, treffen sich jeden Samstag hunderte Espresso-Süchtige, um in der Schlange zu stehen und die wöchentliche Zuteilung zu empfangen (und sich beschimpfen zu lassen, weil die Maschine so lange nicht entkalkt wurde, aber auch das ist nochmals eine andere Sache und würde wieder in die 30-Minuten-Ecke führen, die zwar nicht schweinisch ist, aber extrem kompliziert…).

Der lokale autorisierte Nespresso Espresso Dealer im Breuninger (das ist der Ort, an dem man am Samstag alle Menschen trifft, die von den 30 Minuten sehr beeindruckt sind), erleichtert die Kommunikation nochmals erheblich, indem er das Personal an der Espresso-Probier-Station reduziert. Mann könnte sich also locker über das Management beschweren (nicht über die blonde Bedienung, denn die ist SPITZE und könnte dadurch ebenfalls für Gesprächsstoff sorgen) und so mit der Brünetten, die neben einem steht ins Gespräch kommen. Die ist aber so fixiert auf das Geschehen, dass sie die einzige Bedienung angiftet, weil sie immer noch nicht an der Reihe ist und statt dessen die Dicke vom anderen Ende des Tresens bedient wird, so dass eine Kommunikation mit ihr vollkommen unmöglich wird (ob das Schwein auf 30 Minuten kommt, weil es wesentlich entspannter als die Brünette ist?).

Weitere Kontaktmöglichkeit bzw. Gesprächsstoff: Der neue limitierte Nespresso Espresso des Monats – DHJANA – garantiert nicht FAIR aber limitiert. Die blonde Bedienung zaubert in Windeseile 4 (in Worten vier) limitierte Espressi in 4 (in Worten vier) Gläser und man kann beim ersten Schluck 4 (in Worten vier) entsetzte Gesichter beobachten, die alle SOFORT eine weitere Zuckertüte im Espresso versenken und einen weiteren Schluck nehmen. Es folgen erneut 4 (in Worten vier) entsetzte Gesichter und auch die Milch, die in alle 4 (in Worten vier) Espressogläser geschüttet wird, rettet die Situation nicht. Beruhigend nur, dass die Sorte limitiert ist…

Dank der limitierten Nespresso Espresso Sorte (unfair durch bitteren Geschmack), kommt es also nicht zur erhofften Kommunikation, die erwünschten 30 Minuten rücken wieder in weite Ferne (unfair auch: man darf die blonde Bedienung nicht mitnehmen, die war echt klasse, aber das ist nochmals eine andere Sache)

Zur Neutralisierung des limitierten Espresso Geschmacks begeben wir uns in ein szenebekanntes Schnellrestaurant – nein, kein schottisches, sondern ein szenebekannter Curry-Wurst-Tempel in den der Stuttgarter als solcher gerne pilgert. Da die Ausgabestelle extrem klein ist, sollte man meinen, wenigstens dort ins Gespräch zu kommen, aber auch hier Fehlanzeige: Alle Gäste sind extrem mit den dort servierten Speisen beschäftigt und man sieht, dass jedem der selbe Gedanke durch den Kopf geht (nein, nicht die 30 Minuten, sondern, die Frage wo ist die nächste Apotheke mit Talcid ist). Ansonsten hoffen alle Gäste, dass die blubbernde Sauce, die der unfreundliche „Koch“ über die Curry-Wurst gießt (was nutzen dem armen Schwein die 30-Minuten, wenn es dann in so einer elendigen Curry-Wurst endet…), nicht genau so schlimm schmeckt, wie sie aussieht (auf eine detaillierte Beschreibung wird an dieser Stelle verzichtet, wir hoffen aber, dass es dem Koch bald wieder besser gehen wird).

Zurück zum Forschungsdesign: Wir treten nach missglücktem Praxistest (die Apothekerin, die das Talcid verkauft hat, war zwar auch lecker, aber auch sie musste in der Apotheke bleiben) diversen Facebook Gruppen bei und verweisen vor allem auf die erfolgreiche Mitgliedschaft in Gruppen wie „Richtige Männer drücken Frauen beim Küssen gegen die Wand!“ oder „Mit Frauen spielt man nicht – außer sie sind ans Bett gefesselt!“ und warten ansonsten, ob sich die blonde Nespresso Dealerin aus dem Breuninger meldet. Darüber hinaus sind wir ab Mittwoch in Berlin bei der Preopening Vernissage der Kunstmesse STROKE.

Und was hat die Geschichte nun mit der Überschrift zu tun? Ganz einfach: Gute Schweine genießen länger als nur 30 Minuten…

 

Beziehungsstatus: Angestupst (es geht noch tiefer…)

Wenn man so tut als ob man etwas könnte, kann man theoretisch eigentlich alles. Praktisch macht man zwar nichts, aber das ist nicht besonders schlimm, was zwar nicht das Gleiche ist, wie nichts Besonderes und etwas anderes als etwas Besonderes, aber auch nicht besonders schlimm. Ist das etwa nichts? In Anlehnung an taoistisches Gedankengut: Erst einmal nichts tun und dann abwarten.

Übertragen auf die Wirtschaft: Auch nicht besonders schlimm, denn die anderen sind ja auch Mittelmaß und wen interessiert, dass Robinson Krösus auf eine Schweizer Insel abgewandert ist.

Übertragen auf zwischenmenschliche Beziehungen: Überhaupt nicht schlimm, denn Frauen sind entweder metro-A-sexuell und/oder ritterlichkeitsresistent und junge Männer kennen sich wesentlich besser mit der  Playstation aus als mit Frauen, was letztere nicht besonders finden, aber auch nicht besonders schlimm. Damit man nun aus dem passiven metro-A-sexuellen Status herauskommt, gibt es neben dem sozio-deskriptiven und in jeder Lage treffenden „es ist kompliziert“, jetzt auch „angestupst“.

Angestupst kann je nach Lebenslage und Laune interpretiert werden mit “keinen Bock zu reden”, „er liebt mich“, „lass uns was trinken“, „er will eine Beziehung“ (zurückgestupst: Wir sind so gut wie verheiratet), „sie will essen gehen“, „sie will der Nachtisch sein“ bis hin zu „mein Therapeut hat gesagt, ich soll mal klein anfangen…“

Status „angestupst“ ist die Reduzierung der Kommunikation auf die non-verbale Ebene unter 140 Zeichen. Keiner weiß, was es bringen soll, aber stupsen kostet ja auch nichts. Je weniger Hirmasse, desto witziger wird das „Stupsen“ eingestuft. Wenn man keine Zeit oder keine Lust auf Kommunikation hat oder wenn schlichtweg die Fähigkeit hierfür abhanden gekommen ist, dann stupst man mal ne Runde. Der Angestupste ignoriert oder lässt sich auf auf einen hirnlosen Nachrichtenstrom ein (Prokrastination, wir kommen…)

Nochmals übertragen auf die Wirtschaft: Statt einer Mail wie „Ich finde Ihren neuen Ansatz. Und ich würde gerne kommen mit Ihnen zu. Das würde mich wirklich sehr“, stupst man den zukünftigen Kunden einfach an und tut so, als ob man eine Geschäftsbeziehung hätte – und tut dann so, also ob man eine hat. Dies ist die ökologisch korrekte Version, denn niemand verliert Zeit mit Präsentationen, keiner verschwendet Energie im Rahmen von Geschäftsreisen und auch die Rechtsabteilungen hätten weniger zu tun.

Erkenntnis, einen Tag nach dem Tag der deutschen Einfältigkeit: Mind Store Marketing bietet aus oben skizzierten Gründen ab sofort Workshops zum Thema „Extreme Anstupsing“ und selbstverständlich integrieren wir dieses neue Thema auch in unsere Trendtage