Monthly Archives: September 2011

Sales Training für Fortgeschrittene

Grüße, mein Name ist Mr. XXXX XXX. Ich lebe und aufzuhalten, in Sing Pur. Ich kontaktiere Sie,  weil ich dich zu meinem Partner in ein Geschäft sein wollen Transaktion. Ich spreche kein Deutsch spreche ich Englisch, aber ich übersetzt habe Diese Nachricht. Wenn Sie interessiert sind zu meinem Partner in diesem Geschäft sein, kontaktieren Sie mich.

Nachrichten wie diese finden wir täglich in unserem Email-Account. Die Frage ist, WER antwortet wirklich auf so einen Mist? Es scheint aber irgendwie wohl doch zu funktionieren, sonst hätten die Versender der ich-dich-schräg-nix-deutsch-anquatsche-taktik längst die Strategie gewechselt.

Unterstellt, die Quatsch-Versender, was immer sie damit erreichen wollen, hätten Erfolg, dann könnte man jetzt diese Vorgehensweise, nur mal so zum Experimentieren, ein wenig modifizieren und beispielsweise Sätze einfach nicht beenden, um den Angesprochenen im Dunkeln zu. Dies würde dann durchaus in die modere Echtzeitkommunikation. Die Frage ist natürlich, wann es anfängt den Angesprochenen zu. Aufgrund der heutigen, dekontextuierten Kommunikation ist der Mensch allerdings einiges. Aggressive Reaktionen sind also nicht zu. Die Frage ist natürlich, ob jemand, dann auch antworten. Und die wichtigste Frage: Werden wir auf diese Weise mit irgend jemanden ins Geschäft?

Bevor wir diese Frage endgültig beantworten, werden wir Mitglied in der Facebook Gruppe „Grammatik bei Yoda gelernt ich habe“ und überlegen uns dann weitere verwirrende Akquise-Taktiken. Denn: Wer mag es schon einfach…?? Falls doch: Wir veranstalten Trendtage und wir haben ein Academy Tool! Kundenfindung und Kundenbindung der neuen Generation.

Frankfurt: Design, Experten & gute Gespräche

Warum wir ohne Design nicht mehr leben können“, war die Frage im April, die wir im Rahmen einer Social Media Analyse mittlerweile vertieft und durch empirischen Forschungen konkretisiert haben.  Die ersten Ergebnisse wollen wir im Rahmen der nächsten Media Lounge Veranstaltungen diskutieren.

Hier die Termine:

Media Lounge Frankfurt 28.09.: http://bit.ly/MLFRA2

Media Lounge Zürich 06.10.: http://bit.ly/MLZuerich1

Media Lounge Berlin 13.10.: http://bit.ly/MLBerlin1 

(gemeinsam mit der Stroke Artfair)

Media Lounge München 18.10: http://bit.ly/MLMunich5

Media Lounge Hamburg 20.10.: http://bit.ly/MLHH10

Media Lounge Stuttgart 03.11.: http://bit.ly/MLStuttgart3

Diskussionsmöglichkeiten noch wesentlich ausführlicher:

Medienforum Mittweida am 14./15.11.

Gesellschaft 2.0 – Erregungsaufschieber, der Papst und andere Künstler

Früher (als alles noch VIEL besser war) traf sich der Mitarbeiter eines Unternehmens (egal ob Konzern oder Mittelstand) an der Kaffeemaschine und erzählte erst einmal, wie spannend der gestrige Abend war. Übersetzt: man tauschte sich über das Fernsehprogramm des Vorabends aus.

Ganz früher, also lange bevor es die metro-A-sexuelle Frau moderner Prägung gab, die twitternd mit Sonnenbrille und Ohrenstöpseln vor #sg, #bsf oder #ST saß und parallel die facebook Kommentare bearbeitete, da gab es noch sogenannte Straßenfeger, das waren Filme wie „Das Messer“ von Francis Durbrige und am nächsten Tag, man stelle sich das vor, hatte die ganze Nation diesen einen Film gesehen. Lange Sätze wie der Vorherige konnten aufgrund des besseren Bildungsstandes (man beachte den Genitiv) noch nach einmaligem Lesen verstanden werden (und wie oft hast du jetzt von vorne angefangen?).

Parallelnutzung von Medien gab es de facto nicht. (Durbridge Filme hatten Marktanteile von ca. 90 Prozent – kein Wunder, denn es gab ja nur ARD und ZDF). Doch kehren wir zurück zum Büroalltag: Heute ist das erste, was der moderne Arbeitnehmer tut, wenn er morgens ins Büro kommt, nicht mehr der Gang zur Kaffeemaschine (die wurde ohnehin eingetauscht gegen eine Espresso-Maschine von den Jungs, die ständig mit Klavieren werfen und sich dann wundern, wenn sie in einen Shit Storm geraten), sondern er twittert erst einmal #kaffee (dieser hashtag rangiert gefühlt dicht hinter #duschen, was dann zu unzähligen Re-Tweets führt und dann erst zu einem Gang an die Espresso-Maschine (von den Jungs mit dem Klavier und dem Botschafter mit einem Schild zwischen den Eiern). Dann begibt sich der Homo Office-Socialis an seinen Arbeitsplatz und lässt den Gedanken freien Lauf (er nennt es Arbeit, aber wenn man die Anzahl der Facebook Postings zusammenzählt, die Mittagspause sowie die Zeit an der Espresso-Maschine abzieht, dann fängt man an, nach anderen Begrifflichkeiten zu suchen). Der Homo Sozio-Optionalis liest nach den Meldungen aus dem Facebook Account und den Twittermeldungen zunächst einmal alle Mails, telefoniert ein wenig, verschickt die eine oder andere SMS, googelt und ist dann eigentlich auch schon bereit für die Mittagspause.

Prokrastination nennt die Psychologie dieses Verhalten.  Chronisches Aufschieben: Der Begriff kommt vom lateinischen Verb „procrastinare“, was so viel bedeutet wie: etwas aufschieben, vertagen. In der Literatur werden zwei Typen von chronischen Aufschiebern unterschieden: Der sogenannte Erregungsaufschieber. Er braucht den Kick, der ihn erst angesichts eines sehr nahen Abgabetermins ans Arbeiten bringt und ihn dann nächtelang durchackern lässt. Der Vermeidungsaufschieber. Er leidet an Versagensängsten und vermeidet es, sich an unangenehme Aufgaben zu begeben, um an ihnen nicht zu scheitern. Die Web 2.0 Falle scheint dabei überall zu stehen. Im „Gefällt-mir-Modus“ ist der Homo Sozio-Optionalis prädestiniert, in jede virtuelle Falle zu stolpern und sein Leben genussvoll zu ruinieren.

Die Wissenschaft geht davon aus, dass ca. 15 bis 20 Prozent der Bevölkerung vom Trendleiden Prokrastination betroffen sind. Den Typus Erregungsaufschieber kennt man seit Jahren aus der akademischen Welt, denn nahezu jeder Student hat vor Prüfungen plötzlich sogar den Hausputz und das Abspülen geliebt. Nach dem finalen Examen war die (Hausputz)“Krankheit“ jedoch schnell und für immer verflogen. Heute jedoch verlängert sich das Prokrastinieren stringent in die Unternehmen. Dort kann man den Begriff wegen seines lateinischen Ursprungs und der gebachelten und gebeutelten Ausbildung nicht mehr aussprechen und deshalb lebt man dort zeitnah. Er vermeidet Entscheidungen, um nichts falsch zu machen und womöglich dadurch seinen Job zu verlieren. Er kommt aus Meetings quasi nicht mehr heraus (wie er sich ernährt ist noch nicht restlos aufgeklärt) und er stimmt sich ab, was den Entscheidungsprozess auf eine neue Ebene hebt, auf der man von vorne anfangen kann.

Halten wir an dieser Stelle fest: 20 Prozent der Bevölkerung leiden an Prokrastination, weitere 30-40 Prozent leben zeitnah und stimmen sich fröhlich mit Kollegen ab (was wirtschaftliches Leben erlahmen lässt) 10 Prozent sind im Staatsdienst und verwalten sich selbst (in Griechenland sind es 25% mit bekannten Folgen), 2-5 Prozent der Bevölkerung gehören zur  Kapitalintelligenz, wir nennen sie Robinson Krösus & Friends, sie haben angewidert von diesem Zustand, das Land verlassen und leben auf einer Schweizer Insel (für alle gebachelten Studenten: Zugegeben, dieser Satz war auch etwas lang, aber dafür enthielt er keinen Genitiv).

Was bleibt, sind ca. 20-25 Prozent der Bevölkerung, die mit klassischer Arbeit versuchen müssen, das Bruttosozialprodukt so hoch zu halten, damit der Rest der Bevölkerung sein Dasein als Hartz-IV-Fernsehgemeinde (Sender brauchen dringend Quote!) in angenehmer Weise weiterfristen kann (außerdem: wer will schon brennende Autos) und einer muss ja auch die Diäten der Politiker finanzieren (schon wieder zu lang der Satz, schon klar). Erschwerend kommt an dieser Stelle noch hinzu, dass dieser Teil der Bevölkerung bald nur noch in Freigehegen oder Reservaten zu beobachten sein wird, denn laut Demografie-Bericht der Bundesregierung halbiert sich die Anzahl der Erwerbstätigen bis 2050. Ohne Zuwanderung, und das wird den braunen Hirnen dieses Landes nicht gefallen, gehen Deutschland die Arbeitskräfte aus. Ohne besondere Berücksichtigung der Prokrastination sind demzufolge eine halbe Million Einwanderer nötig.

Wie aber kommt die Nation aus der prokrastinierenden Zeitnah-Falle? Diese Frage wird immer wichtiger, denn diejenigen, deren Kreativität durch zeitnahe Kollegen blockiert wird, werden bald zu einem ernsten Problem für das Gesundheitswesen, denn Frustration erhöht die Anzahl psychosomatischer Krankheiten. In Anlehnung an das Papst Motto „Wer will schon Ökumene“, muss an dieser Stelle die vorliegende Deduktionskette erweitert werden: „Wer will schon Katholiken?“. Es folgt die Ausrichtung der Gesellschaft auf den Taoismus oder wie Laotse sagt: „Im Nichtstun wird alles getan“, was einem konstruktiven Prokrastinieren gleichkäme. Konstruktiver Destruktivismus 2.0

Lehnen wir uns also fatalistisch zurück, drücken fröhlich auf „gefällt mir“ und schauen erwartungsvoll auf die Ergebnisse.

Übrigens: Für alle hyperaktiven Manager, die die Füße nicht stillhalten können, die entgegen des hier skizzierten Trends noch etwas bewegen wollen, bieten wir, vollkommen rezeptfrei Trendtage an…

 

Anleitung zum Unglücklichsein – Oder: Wie man eine Marke nachhaltig ruinieren kann

Jeder Kettenraucher, sofern er noch lebt, kennt den Camel Mann. Das war derjenige, der kernig durch alle Dschungel der Welt streifte. Markenzeichen, weil er immer unterwegs war, ein Loch im Siebenmeilenstiefel. Das Loch in der Sohle zeigte er am Ende jedes Kino Spots und auch in der Print- und Plakatwerbung war das Loch deutlich zu sehen: Ich geh meilenweit für eine Camel…

Aus der Marktforschung wusste man, dass das Motto der Camel Raucher zum Loch im Schuh passte: Der Weg ist das Ziel. Wer „angekommen“ war, i.e. Studium beendet, geheiratet oder Kinder bekommen hatte, wechselte die Marke oder hörte auf zu rauchen. Und dann eines Tages passierte es: Reynolds switchte die Werbung vom harten Camel Mann zum Plüschtier. Superwitzig, JEDER, absolut jeder LIEBTE das Stoffkamel. Es war witzig, man lachte herzhaft darüber, es war ein Sympathieträger und es war in aller Munde. Die Markenbekanntheit nahm rapide zu, ABER: Die Marke verlor (vorsichtig geschätzt) ca. 10 Prozent Marktanteil, weil der kernige Camel Raucher sich nicht mit den plüschigen Stofftieren identifizieren wollte und konnte.

Ähnlich ergeht es jetzt auch der FDP: Der kernige Außenminister wird durch zwei Plüschtiere ersetzt (und auch der alte Wirtschafts-Brummbär kommt nach heftiger  und trotziger Gegenwehr auf den Kuscheltierfriedhof). Wir erinnern uns vage: Am Jahresanfang Stutenbissigkeit unter den FDP-“Frauen“. Eine Doppelbenamte hat keine Lust mehr auf alte und/oder schwule Männer und will Frischfleisch in der Führungsriege. Auf die Bühne treten zwei  junge Plüschtiere frisch aus dem Kuschelzoo und versprechen, dass sie sich auf immer und ewig lieb haben werden. Der kernige, gestandene Stammwähler, wir hatten ihn Robinson Krösus genannt, kehrt nicht nur der Partei, sondern auch dem Land den Rücken zu. Er wartet nicht, bis das vietnamesische Kuscheltier endlich in der richtigen Kuschelposition liegt und sich dann endlich Vize-Kuschler nennen darf, er wandert einfach ab…

Was bleibt ist eine ruinierte Marke. Camel musste damals einen kompletten Relaunch fahren und sogar die Packungen stark modifiziert auf den Markt bringen. Dies sollte jetzt auch die vietnamesische Unternehmerpartei ohne Unternehmer tun. Intelligenter Relaunch: Entsorgung gealterter Doppelnamen-Mädels in die SPD (dort hat man eigens dafür Auffangstationen gebaut und ist auf das Aussprechen langer komplizierter Nachnamen spezialisiert) sowie das Ablegen politischer Korrektheit. Die Piraten machen es vor: Statt Wählerinnen und Wähler sagen sie einfach nur „Wähler“ und kommen aber dann schnell zu Inhalten. Die Frage, warum sie keine Quotenfrauen bzw. zu „wenig“ Frauen haben, übergehen sie intelligent. Ist ja auch egal, wer in der ersten Reihe steht, Hauptsache der Rest, und das sind 8,9 Prozent statt 1,8 Prozent, steht dahinter. Außerdem fällt es bei mancher Politikerin ohnehin schwer, noch von „Frau“ zu sprechen, aber das ist eine andere Geschichte…

Last but not least: Das Land, die Wirtschaft und der gelbe Minderheitenkuschelzoo brauchen dringend Charismatiker statt smarter Playstationspieler. NEIN, wir wollen an dieser Stelle nicht unseren alten Kaiser Guttenplag wiederhaben, aber der Guttenfall hat gezeigt, wie hoch der Bedarf an ECHTEN Charismatikern ist, die Zahl der Nicht-Wähler unterstreicht dies zudem deutlich.

Fazit: Aus dem kernigen Mister 18 Prozent sind in Berlin nun 1,8 Prozent geworden, etwas mehr als die Tierschutzpartei. Ergo: Wer Könige vom Thron stürzt, muss lange Zeit und vor allem viele Scherben fegen…

Oder hatte sich am Ende gar Mister Guido 18 Prozent Hut ab vor diesem Mann vielleicht nur ganz einfach um eine Komma-Stelle verrechnet…??

 

DMEXCO Countdown

Der Countdown läuft: Morgen beginnt die DMEXCO in Köln und wir freuen uns auf gute Gespräche auf der Messe.

Treffpunkt für frische Ideen und Gespräche: Halle 7 (B041 C040 ) am Stand von Schober. Dort bekommen alle angemeldeten Media Lounge Besucher ein erfrischendes Gespräch und ein erfrischendes Geschenk.

Vom Schober Stand geht es dann weiter zu Stand von Retarget-Up in Halle 8 und auch dort erwarten die Mitglieder der Media Lounge erfrischende Gespräche und eine Überraschung.

Die Media Lounge vereint über 24.000 Media Professionals aus 10 Städten in 10 Xing Gruppen.

Anmeldung für unsere Refreshment Rally: http://bit.ly/MLDMEXCO11

Wir freuen uns auf erfrischende Gespräche in Köln.

 

WEITERE TERMINE DER MEDIA LOUNGE:

Media Lounge Frankfurt 28.09.: http://bit.ly/MLFRA2

Media Lounge Zürich 06.10.: http://bit.ly/MLZuerich1

Media Lounge Berlin 13.10.: http://bit.ly/MLBerlin1

Media Lounge München 18.10: http://bit.ly/MLMunich5

Media Lounge Stuttgart 03.11.: http://bit.ly/MLStuttgart3

Media Lounge Hamburg 20.10. – Wien und Düsseldorf in Planung (November/Dezember)

UND SONST:

Trifft man uns auf der EXPO REAL (Hier berichten wir für unser Immobilien Magazin)

Medien Forum Midweida 14./15.11.

NICHT ZU VERGESSEN:

Trendtage, Trendtage, Trendtage, eine Design Studie und weitere Workshops und Vorträge…

 

Robinson Krösus oder: Wie man lernt in Zeiten dekontextuierter Kommunikation mit verbaler Cholera umzugehen

Er ist zwischen 34,3 und 53,7 Jahre alt, hatte früher eine Führungsposition in einem globalen Konzern inne oder war Vordenker eines Internet Startups und konnte seine Anteile erfolgreich versilbern. Neudeutsche Berufsbezeichnung: Entrepreneur. Er ist als interessierter Zuhörer anzutreffen auf diversen VC Veranstaltungen, als Keynote Speaker auf diversen Media Kongressen und ansonsten pendelt er zwischen verschiedenen Wohnsitzen in Hamburg München, Mallorca oder Dubai. Wir nennen ihn Robinson Krösus und stellen fest, dass er jede Göttin im Sandkasten zum Weinen bringt, denn er ist für diese Bevölkerungsgruppe unwiederbringlich verloren (es sei denn, sie gehört bereits als „Königin Mutter“, i.e. die Mutter seiner Kinder, zu seinem Hoftross oder leitet als Managing Director eine seiner Beteiligungen, was dann nicht bedeutet, dass sie metro-A-sexuell ist, sondern seine Ex).

Während sich Robinson Krösus auf der Schweizer Insel einen Sonnenbrand holt, bekommt der Mittelstandsbürger oder was von der schwindenden Bevölkerungsgruppe noch nicht abgerutscht ist in Berlin einen Autobrand. Die Hartz IV Meute fackelt Autos ab – zumindest der sozial-akademisch vorgebildete Teil dieses Bevölkerungssegmentes (der Rest ist unpolitisch und setzt die Stütze in Alk und Zigaretten um und hat für derartige Spielchen keine Zeit) – 190 brennende Autos sollten es vor kurzem laut Welt Online mittlerweile gewesen sein und wen wundert, dass Google Adword „Kreuzfahrten in sichere Gefilde“ und Sixt „0% Selbstbeteiligung und 100% Vollkaskoschutz“ einblendet und wer hätte gedacht, dass die Politik der jeweils nicht betroffenen Länder / Couleur eine härtere Gangart fordert. Früher war halt doch alles viel besser (da sind die Russen mit Panzern einmarschiert und es gab noch Bahnsteigkarten – das waren die Karten, die man kaufen musste, wenn man jemanden zum Zug bringen wollte und von denen Lenin sagte, dass die Deutschen erst dann eine Revolution anfangen würden, wenn sie vorher eine Bahnsteigkarte gekauft hätten)

Bellende Hunde aber beißen nicht: Die Politik scheint auf dem Rückzug. Oliver Lepsius (der Guttenberg Jäger) spricht von einer Entpolitisierung. Schillernde Persönlichkeiten auf der einen Seite und sich selbst verwaltende Bürokraten auf der anderen Seite. Das Volk schreit nach Brot und Spielen und ein vermeintlicher Volksheld mit Adelstitel verspricht ein neues bunteres Leben – wir, die wir nicht wie Robinson Krösus das Land verlassen können, sind wieder wer…

Diese neue Anti-Politik hat in Lepsius Augen einen paradoxen Effekt: Guttenbergs Mischung aus Glamour und medialer Volksnähe hat viele unpolitische Menschen für Politik interessiert, aber dieses Interesse zugleich auf unpolitische Themen gerichtet. Eine politische Lösung bleibt aus. Robinson Krösus verlässt das Land nun endgültig – Gutti zwar auch, aber das ist eine andere Sache, denn er tut das ja nicht wirklich freiwillig, denn er will geläutert als Robinson Gutti zu Krösus und geschlechtsumgewandelt als neue Kanzlerkandidatin zurückkehren…

Halten wir an dieser Stelle für die Marketing Abteilungen dieses Landes fest:  Der Politikapparat wird immer größer aber nicht unbedingt wirkungsvoller. Die Politik verwaltet sich erfolgreich selbst und ist nur in Wahljahren einigermaßen präsent. Der internationalen Finanzwelt (und hierzu zählt sich auch Robinson Krösus) ist es relativ egal, wer unter ihr regiert (die geplante Börsensteuer zeigt exemplarisch, dass sich die Märkte ihre Absatzwege abseits der politischen Lösungen suchen). Wenn der zahlungskräftige Robinson Krösus das Land verlässt, werden nationale Marketing Kampagnen obsolet, Hartz IV Fernsehen spricht keine zahlungskräftige Klientel an, lausiger Journalismus vergrault die verbleibende Bildungselite und steigende Parallelnutzung treibt die Marketingkosten ins Unermessliche.

Wer aber bleibt als lohnendes Ziel für die Marketingabteilungen dieses Landes? Die klassische Zielgruppe , dies wurde bereits an anderer Stelle festgehalten, gehört definitiv der Vergangenheit an. Der Mittelstand, wie ihn dereinst Loriot so trefflich skizzierte, schrumpft kontinuierlich, Robinson Krösus wandert auf die Schweizer Insel ab, der Rohstoff Intelligenz wächst zwar zaghaft nach,  wird von einem kontinuierlich schlechter werdenden Bildungssystem schwer gebachelt und gebeutelt, so dass eine kaufkräftige neue Elite nicht nachwachsen kann. Wen wundert, dass eine schwindende politische Minderheit kurz vor dem Absinken unter die 5%-Hürde (Sorry wg. Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt, Bremen und Mecklenburg-Vorpommern und jetzt noch Berlin…) nochmals den Aufstand probt und die Insolvenz Griechenlands fordert. Robinson Krösus, der sich gerne liberal, weltoffen und tolerant gibt, war früher ein überzeugter Stamm-Wähler der vietnamesisch liberalen Unternehmerpartei, muss aber jetzt seine Yacht woanders parken…

Wir halten an dieser Stelle fest:

  1. Robinson Krösus als treibende Kraft des Landes amüsiert sich an geistig wärmeren Orten.
  2. Parallelnutzung von Medien zündet gnadenlos zahlreiche Marketingbudgets an (vernetzt denkende Marketingleiter bringen ihre Marken zwar nachhaltig in die richtige Pole Position, nicht jedoch ihre eigene Karriere, denn die Gaußsche Normalverteilung verhindert, dass der vom Aufsichtsrat gejagte Vorgesetzte den Weitblick beurteilen kann – was unsere These, dass wir mehr Charismatiker brauchen, drastisch unterstreicht, aber das ist nochmals ein anderes Thema…)
  3. Die Kommunikation (oder was von ihr übrig geblieben ist) wird zunehmend dekontextuierter und ist fast schon fraktal geworden, i.e. die Verkettung vieler 140-Zeichen Postings ergibt eine neue Botschaft

Wir kommen dann zu folgender Lösung: Robinson Krösus muss qua Werbekunstfigur als verloren gegangener Opinion Leader simuliert werden und Marken-Kommunikation muss auf neue Füße gestellt werden. Neben der bereits bekannten intuitiven Ballistik gilt es vor allem skalierbare Tools zu entwickeln, die situationsgerecht und budgetkonform in Stellung gebracht werden können.

 

 

And The Winner is…

In allen Medien kann man lesen: Herr Wowereit hat die Wahl gewonnen und Frau Künast schreit (siehe twitter) bei der ARD herum. Addiert man die Ergebnisse der einzelnen Parteien (SPD 28,7 Prozent, CDU 23,2 Prozent, FDP gescheitert etc.) so kommt man rein rechnerisch auf 100 Prozent. Was aber nie jemand macht, ist die Nicht-Wähler als ein Zeichen der Meinungsäußerung als politische Größe ernst zu nehmen. In Berlin waren es 40,5 Prozent.

Es waren 40,5 Prozent der Wähler in Berlin, die der Politik mangels besserer Alternativen oder mangels (politischer) Bildung den Rücken kehrten und in Mecklenburg-Vorpommern waren es mit bekannten braunen End-Ergebnissen sogar noch mehr…

Köln, Frankfurt, Zürich, Berlin, München, Hamburg, Mittweida: Der Herbst wird heftig. Media Lounge Events – Next Level – Mind Store Marketing im Dialog

Bevor das Team morgen nach Frankfurt zur IAA aufbricht, um für das Auto- und Motorrad Magazin zu berichten, hier eine Übersicht über die nächsten Termine. Nachdem die letzten Events der Media Lounge so großen Anklang fanden, starten wir gerne in die nächste Runde. Die Media Lounge vereint in 10 Xing Gruppen Media Professionals aus 10 Städten. Der persönliche Dialog steht im Mittelpunkt, deshalb sind uns Get Together sehr wichtig. Hier also die nächsten Media Lounge Termine:

Am 21. September starten wir in Köln auf der DMEXCO. Hier haben wir uns etwas Besonderes einfallen lassen und freuen uns auf erfrischende Gespräche

Am 28. September geht es in Frankfurt weiter. Hier treffen wir uns im ab 19.00 Uhr im Eurodeli, Neue Mainzer Str. 60-66: http://bit.ly/MLFRA2

In Zürich findet am 6. Oktober im Westenend Circus ein Get Together statt: http://bit.ly/MLZuerich1

Etwas wirklich Außergewöhnliches können wir am 13. Oktober in Berlin bieten: Wir nehmen am VIP Opening / Vernisage der Kunstmesse STROKE teil. In den letzten zwei Jahren haben mehr als 40.000 Besucher die STROKE.ARTFAIR besucht. Keine andere Kunstgrossveranstaltung der letzten Dekade kann auf ein ähnliches Wachstum und Medieninteresse verweisen. Die STROKE.ARTFAIR gilt als Synonym für einen unkonventionellen und erlebnisorientierten Umgang mit Kunst. Die Messe wird offiziell am Freitag, den 14. Oktober eröffnet, geladene Gäste und maximal 60 Media Lounge Mitglieder jedoch dürfen am Vorabend schon einen exklusiven Blick hinter die Kulissen werfen: http://bit.ly/MLBerlin1

In München treffen wir uns zu einer Pre Media Night am 18. Oktober im Forum. Der Termin ist bewusst am Vorabend der Münchner Medientage gewählt, da wir davon ausgehen, dass an diesem Abend auch viele Nicht-Münchner in der Stadt sein werden: http://bit.ly/MLMunich5

Am 20. Oktober geht es dann in Hamburg weiter (nähere Infos folgen). In Planung sind darüber hinaus Düsseldorf, Stuttgart und Wien.

Am 14. und 15. November  findet das 15. Medienforum Mittweida statt.

Im Rahmen des Medienforum Mittweida beleuchten Vertreter der Medienbranche und Studenten in Podiumsdiskussionen und Vorträgen aktuelle Themen aus der internationalen Medienwelt. Unter der Schirmherrschaft von Nina Ruge setzten sich im letzten Jahr bereits hochkarätige Vertreter der Medienbranche in Fachvorträgen, Podiumsdiskussionen und Workshops mit aktuellen Trends und Entwicklungen der Medienlandschaft auseinander. Media Professionals wie Peter Kloeppel, Volker Herres oder Barbara Dickmann verschafften dem Medienforum 2010 eine herausragende Präsenz. Insgesamt sorgten 1.300 Besucher dafür, dass die 32 Diskussionen, Vorträge und Workshops komplett ausgebucht waren. Auch 2011 wird das Team der Hochschule Mittweida wieder ein hochkarätiges Programm auf die Beine stellen. Mind Store Marketing führt sich deshalb sehr geehrt, mit einem Vortrag und in einer Diskussionsrunde, zum Gelingen der Veranstaltung beitragen zu dürfen.

Termine im Überblick:

IAA 13./14.9. (Pressetage –  Berichterstattung für unser Automagazin)

DMEXCO 21./22.9.

Media Lounge Frankfurt 28.09.: http://bit.ly/MLFRA2

EXPO REAL 4./5.10 (Berichterstattung für unser Immobilien Magazin)

Media Lounge Zürich 06.10.: http://bit.ly/MLZuerich1

Media Lounge Berlin 13.10.: http://bit.ly/MLBerlin1

Media Lounge München 18.10: http://bit.ly/MLMunich5

Media Lounge Hamburg 20.10

Medienforum Mittweida 14./15.11.

Wir freuen uns auf ein spannendes persönliches Gespräch.

Mind Store Marketing unter den 25 TOP Marketing Blogs

Alles Leben ist Problemlösen” sagte schon Karl Popper (für alle gebachelten und gebeutelten Studenten: Das ist NICHT der Erfinder des Computerspiels Bubble Popper, sondern ein Philosoph – das sind die mit den ganzen deutsch Sätzen, die manchmal auch etwas länger werden können) und Problemlösen bedeutet nunmal Kommunikation (das ist das was Nespresso nicht beherrscht  – Hello, bitte sehen sie Nespresso Antwort auf das Video von Solidar Suisse, danke schön! – und was die Solidar Suisse dafür umso besser kann…).

Stichwort Kommunikation: Wir freuen uns RIESIG, dass unser Guerilla Marketing Blog unter die 25 besten Marketing und Kommunikations Blogs gewählt wurde. Hier also ein Link zu den 25 TOP Marketing Blogs des Landes, die man nach Meinung der Autorin kennen und lesen sollte…

George Clooney und die Nespresso Espresso Kommunikation

Nach dem Startschuss für den Nespresso Viralclip mit George Clooney können am heutigen Tag drei Dinge festgehalten werden.

Erstens: Die Aktion der Schweizer Organisation Solidar Suisse ist in aller Munde (und seit heute sogar in der Bildzeitung…), sie hat über 20.000 Mails an George Clooney generiert und über 170.000 Videoabrufe auf youtube.

Zweitens: Nestlé, die Erfinder der Unternehmensethik, also theoretisch diejenigen, die den faktischen Zugriff auf das Normative verstanden haben sollten, scheinen dem Thema Kommunikation keinen hohen Stellenwert einzuräumen. Im Fall Kitkat wurde beispielsweise die Greenpeace Attacke durch Aussitzen überstanden – die Facebook Seite wurde einfach abgeschaltet (dass die Medienwelt dies als unprofessionell bezeichnet, interessierte den Konzern wenig).

Im Fall Nespresso fehlt es in Sachen Kommunikation an “echten Menschen, die antworten”, so Klaus Eck. Es kann festgehalten werden, dass nicht individuell angeschrieben wurde, sondern standardisiert und umständlich (Hello, bitte sehen sie Nespresso Antwort auf das Video von Solidar Suisse, danke schön!)

Drittens: WIRKLICH gut an der Nespresso-dann-irgendwann-hoffentlich-Fairtrade-Aktion ist, dass die Diskussion, ob George Clooney vielleicht eventuell möglicherweise schwul ist, endgültig beendet wird. Nach dem Kick mit dem Schild in die Weichteile gibt es keinerlei Raum für Mutmaßungen mehr:  Unbrauchbar durch Espresso für beide Seiten…

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