Monthly Archives: Januar 2011

Artificial Life: Biotop Facebook (1)

Jeder, der sich damit auseinandersetzt, wie wirklich die Wirklichkeit in Wirklichkeit ist, gelangt an irgendeinem Punkt von der Realität in die WIRRklichkeit oder wie es ein Arzt einer Psychiatrie formulierte: Das Einzige was uns von den Patienten unterscheidet, wir haben einen Schlüssel…

Virtuelle Realität (VR) im engsten Sinn mit Datenbrille und entsprechendem technischem Equipment kann definitorisch als eine von Computern errechnete, primär künstliche Umwelt des Menschen bezeichnet werden, bis hierhin muss sich also noch niemand einliefern lassen. Wie real ist aber unsere Umwelt ohne die bis hier diskutierten Technologien? Schließlich ist die vermeintlich real existierende Umwelt auch “nur” eine vom Organismus errechnete Welt von der wir hoffen, dass unser Rechenzentrum exakte Ergebnisse liefert. C.G. Jung weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass man durchaus sagen könnte, die physische Existenz sei ein bloße Schlussfolgerung, da wir von der Materie nur insoweit etwas wissen, als wir psychische Bilder wahrnehmen, die uns die Sinne übermitteln.

Das Errechnen einer Wirklichkeit wird im Weiteren synonym angenommen für ein Auffassen und Erkennen der Umwelt. Den Grad unserer Abhängigkeit von derartigen “Rechenleistungen” ermessen wir erst, wenn der Rechner versagt. Ein eindrucksvolles Beispiel hierzu liefert Oliver Sacks durch seine Charakteristik eines Malers, der aufgrund eines Unfalls plötzlich farbenblind wurde.

Um uns dem WIRRklichkeitsRAUM sozio-virtueller Prägung zu nähern, bedienen wir uns an dieser Stelle der Foersterschen These (Das Konstruieren einer Wirklichkeit, in: Watzlawick, P. (Hrsg.), Die erfundene Wirklichkeit, 8. Aufl., München 1994, S. 44ff), wonach die Umwelt, so wie wir sie wahrnehmen, unsere Erfindung ist.

Nach Foerster sind unsere Sinneszellen nicht in der Lage, die Qualität der Reize, sondern lediglich deren Quantität zu erkennen. Hieraus resultiert die Frage, welche Auswirkungen computergenerierte, virtuelle Realitäten auf das Verhalten des Einzelnen haben könnten? Kann man doch auch ohne künstliche Welten nicht mit Sicherheit sagen, ob die Welt, die wir wahrnehmen, so ist, wie wir glauben, dass sie existiert – wir nähern uns mit dieser Annahme schon wesentlich deutlicher dem WIRRklichkeitsRAUM, fahren wir also fort mit einem Beispiel von McLuhan: Er stellt fest, dass Nichtalphabeten weder dreidimensional noch perspektivisch sehen können. Vielmehr tasten sie mit den Augen Gegenstände oder Bilder so ab, wie Alphabeten eine Druckseite abtasten. Zu einer Fokussierung, die es ermöglicht, Bilder auf einen Blick zu erfassen, sind sie nicht in der Lage. Die Einführung einer neuen Technik führt somit zu einer Verschiebung der Sinne und somit zu einer (Bewusstseins-)Veränderung der Kultur. Jede neue Technik vermindert das Wechselspiel der Sinne und schwächt das Bewusstsein, und zwar genau in dem Bereich der technischen Neuerungen, wo diese Form der Identifikation des Betrachters mit dem Objekt sich einstellt. Die schlafwandlerische Angleichung des Betrachters an die neue Form oder Struktur bewirkt, dass gerade die am Tiefsten in einer Revolution verwickelten sich am wenigsten ihrer Dynamik bewusst sind (vgl. McLuhan, Gutenberg-Ga1axis, 1995)

Das in den Prozess virtueller Welten verstrickte Individuum nimmt diese somit als real gegeben wahr, ohne sie zu hinterfragen . . Zu den bereits skizzierten möglichen Sinnestäuschungen gesellen sich weitere Unschärfen, die bereits Descartes beschreibt:

“Als ob ich nicht ein Mensch wäre, der des Nachts zu schlafen pflegt, und dem dann genau dieselben, ja bisweilen noch weniger wahrscheinliche Dinge im Traum begegnen, als jenen im Wachen! Wie oft doch kommt es vor, dass ich mir all diese gewöhnlichen Umstände während der Nachtruhe einbilde, etwa dass ich hier bin, dass ich, mit meinem Rocke bekleidet, am Kamin sitze, während ich doch im Bette liege! … Denke ich einmal aufmerksamer hierüber nach, so sehe ich ganz klar, dass Wachsein und Träume niemals durch sichere Kennzeichen unterschieden werden können … (Descartes, Meditationen, 1993, S. 16f; siehe hierzu auch: Popper, KR., Wissenschaftliche Reduktion und die essentielle Unvollständigkeit der Wissenschaft, in: Popper, KR., Alles Leben ist Problemlösen, München 1994, S. 76ff; Popper, KR., Bemerkungen eines Realisten über das LeibSeele-Problem, in: Popper, KR., Alles Leben ist Problemlösen, München 1994, S. 93-126; Wittgenstein, L., Über Gewissheit, Werkausgabe Band 8, 6. Aufl. Frankfurt/M. 1994, S. 365)

Die Descartschen Überlegungen wurden zu einer Zeit zu Papier gebracht, als es noch keine Timelines gab und der Mensch keiner Pseudoinformationsflut heutiger Ausprägung gegenüberstand. Um ein Wievielfaches heftiger hätten Descartes Meditationen zu diesem Thema in Zeiten von Medienkonvergenz ausfallen müssen? Für Descartes stellte sich lediglich die Frage, ob er am Kamin sitze oder im Bett liege. Die Frage, ob er es erlebt oder im Fernsehen gesehen oder in einer Timeline gelesen hat, stellte sich ihm nicht und auch omnipräsente Smartphone-Informationen gab es zu dieser Zeit nicht. Was auf den ersten Blick dem Bereich des phantastischen Films zugeordnet werden könnte (exemplarisch könnte in diesem Zusammenhang der Film “Total Recall” erwähnt werden, der verschiedene Erlebnisebenen verschachtelt und den Zuschauer im Zweifel lässt, ob sich der Hauptdarsteller in der “Realität” oder im Traum befindet) wäre sicherlich zu Descartes Zeit der Inquisition zum Opfer gefallen. C.G. Jung unterscheidet in eigene bewusste Anstrengung und Schöpfung des Unbewussten. Dabei ist er keineswegs sicher, dass das Unbewusste tatsächlich nur seine Psyche ist, da der Begriff “Unbewusstes” bedeutet, dass man sich eben nicht bewusst sein kann, aber dies nur am Rande…

“Die Tatsache, dass man die Stimme im eigenen Traum wahrnimmt, beweist gar nichts, denn man kann auch die Straßengeräusche wahrnehmen, und es würde niemandem einfallen, solche als die Eigenen zu bezeichnen. (vgl. Jung, Psychologie)

Spätestens hier wird deutlich, dass wir uns mit der Problematik der sozio-virtuellen Welten  in einem Grenzbereich befinden, der mit rationell orientierten Mitteln binärer Denkweisen nicht ohne weiteres erklärt werden kann. Die Welt der ikonendeterminierten Oberflächen mit  Kategorisierungen wie 0/1, wahr/falsch, ein/aus etc. muss somit erhebliche Erweiterung erfahren. Nimmt man den weiter oben skizzierten von Foersterschen Ansatz in Zusammenhang mit dem eben gesagten nochmals auf, ergeben sich nachfolgend dargelegte Überlegungen: Wenn zur Unterscheidung von Wahrheit und Täuschung unsere Sinne nicht ausreichen, da sie nur Quantität, nicht aber Qualität unterscheiden können, um wie viel größer müssen die Irritationen sein, wenn gezielte Manipulationen durch technologische Einrichtungen wie VR, virtuelle Studio- bzw. Filmtechniken oder sozio-virtuelle Oberflächen vorgenommen werden?

Ein grundsätzliches in Frage stellen der empirischen Wirklichkeit oder besser der vermeintlich wirklichen Wirklichkeit – Wittgenstein spricht in diesem Zusammenhang von der “äußeren Welt” (vgl. Wittgenstein, L., Über Gewissheit, Werkausgabe Band 8, 6. Aufl. Frankfurt/M. 1994, S. 123) würde zwangsläufig zu massiven Unsicherheiten für das Individuum führen, die zwangsläufig in der eingangs gestellten psychiatrischen Frage “was ist normal” gipfeln. Die bewusste Vermeidung von persönlichen Unsicherheiten und somit ein Vermeiden von grundsätzlichen Hinterfragungen könnte in einem weiteren Schritt bedeuten, dass auch dargebotene oder vermeidlich erlebte virtuelle Welten grundsätzlich als real eingestuft werden, neigt doch der Mensch, wie Schulze aufzeigt, ohnehin zur subjektiven Vereinfachung der Wirklichkeit (vgl. z.B. Schulze, Erlebnisgesellschaft, 1993, S. 225-230)

Virtuelle Welten, gleich welcher Ausprägungstiefe, werden somit “natürlicher” Bestandteil vermeintlich wirklicher Wirklichkeiten, die Grenzen zwischen virtueller und empirischer Realität werden fließend. Scheinwelten, gleich welcher Art, werden als Normalität empfunden. Was als “normal” gilt oder vice versa, ist darüber hinaus für den Einzelnen in erheblichen Maße auch von Personen abhängig, die er schätzt oder achtet (z.B. Eltern/Kind). Watzlawick weist darauf hin, dass Beeinflussung durch solche Schlüsselpersonen dazu führen kann, dass eine Person ihren Sinnen misstraut, um nicht deren Kritik oder gar Repressalien ausgesetzt zu sein, was in einem weiteren Schritt zu weiter oben thematisierten Unsicherheiten und Konfusionen führen kann. Um nicht als “verrückt” zu gelten, werden Dinge als “falsch” deklariert, die die eigenen Sinne als “richtig” erkannt haben. Die Weiterführung dieses Gedanken führt zwangsläufig zu einem Verhalten, dass dem klinischen Bild der Schizophrenie entspricht. Wenn nun aber eine Kombination aus Beeinflussung durch vertraute Bezugspersonen und virtuelle Welten stattfindet, um wie viel größer muss die erlebte Unsicherheit für den Einzelnen sein? Wenn darüber hinaus wie im Falle sozio-virtueller Welten die gesamte Gemeinschaft die Beeinflussung der Sinne durch mediale Reizüberflutung akzeptiert, führt dies nicht zwangsläufig zu einem Zustand kollektiver Schizophrenie? Wir nähern uns, wie man erkennen kann, deutlich dem WIRRklichkeitsRAUM

Das Wort zum Sonntag

Das Dschungelcamp hat seine Pforten erfolgreich geschlossen und ein letztes Mal muss die Politik bei den twitter Trends mit Begriffen wie #egypt oder Mubarak gegen Ratten und Hirschpenis konkurrieren. Der Dümmlichkeitskönig ist dem Dschungelkönig und dem Zugunglück in Sachsen-Anhalt gewichen, wie aber kommt man jetzt ohne Abmahnungen in die twitter Trends?

Ganz einfach: Man fordert “Enteignet Google!” Da ist dann sogar der eine oder andere Google Mitarbeiter sprachlos  und die twitter Gemeinde hat ordentlich was zum Zwitschern…

Nota bene: Der Vorschlag „Enteignet Google“ kommt nicht von einem alten Wandzeitungsagitator aus DDR Zeiten, auch nicht von der taz oder gar einem Satiremagazin, sondern von einem Journalisten der Financial Times Deutschland (zumindest gibt er sich als solcher aus). Und auch Frau Aigner scheint mehr mit Eiern und ihrem guten Ruf beschäftigt zu sein, als dass sie sich in die Diskussion einreihen könnte…

Und so setzen wir der Forderung noch einen obendrauf und fordern: Peter Zwegat muss Finanzminister werden, in Stuttgart muss aus ästhetischen Gründen nicht nur der Bahnhof, sondern auch die halbe Innenstadt unter die Erde und nicht zu vergessen: Ceterum censeo Carthaginem esse delendam – aber das verstehen die halbgebildeten Akademiker heutiger Prägung ja nicht mehr, was uns zu unserem Ausgangsproblem zurückführt…

M!nd Store Marketing wünscht einen schönen Rest-Sonntag.

Ich bin doch nicht blöd – ich bin doch nur geldgeil

„Das war dein Laden“, sagte Media Markt Gruppe und feuerte die Agentur und Mario Barth. Der Erfinder des intellektuellen Austrocknungsprozesses in diesem Lande wollte aber dann nicht einfach „Geiz ist Geil“ sagen, sondern wurde geldgeil.

Und weil aber seine Klappe größer war als sein Geist, klaute er sich eine gute Idee, die schon 17 Jahre alt war, tat so, als ob es seine war und mahnte fortan alle ab, die „seine“ Idee nutzten…

Das brachte ihn bei twitter gleich mit zwei Keywords in die Trends: Mario Barth und Abmahnungen.

Anmerkung: Als Ideenmanufaktur hätten wir durchaus auch noch die eine oder andere alte Idee, die wir an Bedürftige günstig abgeben könnten

Mind Store Marketing – Frische Ideen ohne Bart(h)

Exkurs: Facebookinkompatible Exemplare

In Chatrooms, speziell in Single-Portalen alter Prägung war und ist er ein gern gesehener Gast (zumindest aus Sicht der Portalbetreiber). Er gehört zum übergeordneten Cluster „Playstationspieler“, differenziert sich jedoch durch sein Aussehen nochmals deutlich. Kennzeichen: Nudelbremser im Gesicht und Pullunder – kurz: Ein Langweiler. Sein Nickname: Bubibärli.

Im Internet (lange bevor es Web 2.0 hieß) fiel der Typus „Bubibärli“ in den letzten 10 Jahren besonders auf durch die Antizipierung des vermeintlich Erwarteten. Frauen schrieben, damals als sie noch wirklich Lust auf Sex hatten, also bevor der Typus metro-A-sexuelle Frau auf die Bühne der gesellschaftlichen Evolutionsgeschichte trat, viele Jahre lang in klassischen Single Communities auf ihr Profil: „Keine ONS“ – was übersetzt bedeutete „ich will Spaß“, denn keine wirklich intelligente Frau wollte und will die Katze im Sack kaufen (Diese Formulierung wurde heutzutage von der moderneren Form „es ist kompliziert“ abgelöst).

Die Übersetzung von „ich will Spaß“ wird jedoch vom Typus „Bubibärli“ gänzlich ignoriert und so lautet seine stereotype Begrüßungsformel: „Ich mag ja ONS auch nicht“, „ich mag ja auch nur kuscheln“, oder unverfänglicher: „ich bin ein ganz Lieber“ (ohne aber zu registrieren dass im Kleingedruckten von allen Frauenprofilen deutlich steht: „wer will schon nett“…)

Aufgrund seines schnauzbärtigen Profilfotos bekommt Bubibärli in 70 Prozent aller Fälle keine Antwort (welche Frau steht schon auf Pornobalken), was den zartbesaiteten Typ Mann natürlich sehr trifft, denn er will ja nur lieb sein. Und so reiht er sich ein in die Karawane der unbefriedigten Menschen und postet gar lustige Geschichten, die aber niemanden interessieren…

Soziale Netzwerke gäben Bubibärli zumindest theoretisch das Gefühl, Teil des Spiels zu sein, denn hier wird eine Antwort ohnehin nicht erwartet. Ein Post wie „8.00 Uhr und ich bin hellwach“ hätte in klassischen Chatrooms alter Prägung eine Antwort ausgelöst wie „wo gehen wir frühstücken?“, die dann in 80 Prozent aller Fälle „zielführend“ gewesen wäre (vorausgesetzt, sie wäre nicht von einem Bubibärli mit Oberlippenspoiler gekommen).

Bei Facebook und Twitter ist Bubibärli zwar zahlenmäßig reichlich vertreten, schließlich haben die Bitte-keine-ONS-Frauen die Mal-eben-Hallo-Sag-Plattformen mittlerweile verlassen und vergnügen sich bei Facebook – ich geh dann mal eben laufen…

Und so folgt auch der Bubibärli-Tross, allerdings sind seine „Hallo-erstmal-Postings“ timeline-irrelevant  und werden demzufolge aus den News Flüssen geXt.

Ein Held, so kann an dieser Stelle festgehalten werden, ist Bubibärli also definitiv nicht und ein Meinungsführer oder Trendsetter schon gar nicht. Aus Markensicht ist er derjenige, der ein Produkt bei einem Meinungsführer sehen muss und es dann kauft. Für das Marketing gilt es also Bubibärli über klassische Medien zu erreichen (Bubibärli liest noch die Tageszeitung aus Papier!) und den Kaufauslöser über einen Trendsetter zu erreichen. Helden, so musste die Marketingabteilungen am Jahresende 2010 lesen, werden immer rarer: Nur vier Prozent aller Onliner bestimmen die Markenbildung im Internet. Das Hauptproblem für die Marke ist es also, die entscheidenden Keyplayer zu identifizieren und dann Teil ihrer Timeline zu werden.

Nur wenn eine Marke über die notwenige Religiosität verfügt, die angesagtesten Themen und Strömungen kennt und in der Lage ist, die relevanten Quellen zu identifizieren, nur dann kann sie erfolgreich kommunizieren. Nur diejenige Marke sticht aus der sozio-virtuellen Informationsflut hervor, die auch timeline kompatibel ist. Bubibärlis mit Rotzbremse und Pullunder (und sei er noch so modisch) sind dabei wenig hilfreich…

Menschen mit Benzin im Blut

Die Sachsenkrad hat als erste Motorradmesse am vergangenen Wochenende die Motorradsaison eröffnet und auch wir haben den Startschuss für das Jahr 2011 gegeben und unser Motorrad Magazin bei www.Motorsport-Total.com gestartet.

Unser Redaktionsteam stellt ab sofort Neuigkeiten aus dem Motorrad- und Zubehör-Sektor vor und berichtet über Messen, Events, Touren, Regionen und Hotels. Neben den klassischen Redaktionsthemen werden wir auch weiterhin der Frage auf den Grund gehen, wo die Helden auf  dem Motorrad geblieben sind (gibt es noch welche?) und selbstverständlich werden wir den Trends der Branche auf der Spur sein (Social Media Monitoring inklusive).

Darüber hinaus bieten wir die Möglichkeit, Marken und Produkte nicht nur in der Rubrik Auto & Bike, sondern prominent auf der Startseite zu platzieren. In diesem Zusammenhang haben wir uns eine neue Werbeform einfallen lassen, die eine Personalisierung der Marke ermöglicht:

Menschen mit Benzin im Blut.

Diese Sonderwerbeform stellt eine Erweiterung unserer rein redaktionellen Präsentation von Machern aus der Motorradbranche dar. Es besteht hier die Möglichkeit, durch Hintergrundsinformationen und Insiderwissen, ein Produkt über einen Sympathieträger der Zielgruppe zu präsentieren.

Darüber hinaus fahren wir für unsere Kunden und Ihre Marken über Advertorials, Newsletter, Facebook Seiten und Gewinnspiele direkt in die Zielgruppe.

Motorsport-Total.com ist laut IVW mit ca. 2,6 Millionen Visits und 18 Millionen Page Impression das reichweitenstärkste Motorsportportal in Deutschland.

Wir fahren für Sie in die Zielgruppe!

Zusammenfassung für den gebachelten Studenten

Wie versprochen, nach nun sieben Trends an dieser Stelle die Zusammenfassung für den gebachelten (neudeutsch: gebätschelt = noch nicht masterhaft) und gebeutelten Studenten. Um es vorwegzunehmen: Nein, hier soll nicht aus dem sicheren Abstand der comovierten Bildungsfestung auf halbgebildete Nachwuchswissenschaftler herabgeblickt werden, die nach ihrer Ausbildung gerade mal wissen, dass es rechts zum Hörsaal und links zum Klo geht.

Vielmehr soll der Bildungsresignation entgegengewirkt werden  und die Offenheit des Geistes postuliert werden. „Geist ist geil“ muss die Maxime allen Handelns werden, „Geil ist Geil“, so haben die Zahlen gezeigt, hat sich ohnehin nicht durchgesetzt. Der Media Markt musste lernen, dass Werbung zwar bedingt den Konsumenten ködern kann, wenn er aber im Laden ist, sollten die Verkäufer sich auch um ihn kümmern und nicht vor ihm weglaufen oder ihn als störenden Faktor behandeln…

Learning zwei: Das Watzlawicksche Fenster in die Vergangenheit ist nur erlaubt, wenn es hilft, vorne neue Perspektiven und Ziele zu finden (Die Anleitung zum Unglücklichsein sei deshalb dringend ans Herz gelegt).

Die Trendidentifikation hat gezeigt, dass Wirtschaft und Politik dringend mehr Männer mit Eiern brauchen und dass eine christsoziale Ministerin und sei sie noch so fromm, sich deutlich mehr mit Eiern beschäftigen muss (auch wenn Themen wie Streetview oder der digitale Radiergummi witziger sind).

Learning drei: Trends zu identifizieren in einem WIRRklichkeitsRAUM macht Spaß, über die Trends zu diskutieren macht noch mehr Spaß, das Ziel muss es jedoch immer sein, selbst Trends zu setzen.

2011 wird das Jahr der Trendsetter!


Trend 7: Das Ende der politischen Korrektheit

Bis hierhin konnte gezeigt werden, dass die Umwelt zunehmend komplexer wird, bei gleichzeitigem Verschwinden von Leitbildern und Leitfiguren, die eine zunehmend verwirrtere Masse durch die Parallelwelten führen. Leitfiguren bewegen sich jedoch noch in alten Welten, der Zugang zu sozio-virtuellen Welten ist ihnen aufgrund ihres Arbeitspensums meist verwehrt – der “Hofnarr” wird immer dringender benötigt…

Ein weiteres, bisher noch nicht thematisiertes Kennzeichen sozio-virtueller Welten: Die Überkultivierung der politischen Korrektheit. Bolz skizziert den Weg der politischen Korrektheit anhand der Meilensteine „Kampf gegen (US-amerikanischen) Rassismus über „Kampf gegen Sexismus“ bis hin zu Themen wie Altersdiskriminierung.  Bolz weist darauf hin, dass der Sensibilität für Benachteiligungen mittlerweile keine Grenzen mehr gesetzt sind. Wer einen Behinderten nicht als „anders befähigt“ anerkennt, macht sich des Ableism schuldig und wer in der Schönheit einen Verdienst sieht, leidet an Lookism. Charismatiker, so konnte weiter oben gezeigt werden, haben gelernt, mit ihrem „Leiden“ umzugehen – so manche junge Frau vermag dies nicht und so führt die politische Korrektheit für sie geradewegs in die soziale Phobie.

Der Angriff auf die politische Korrektheit bringt Bolz auch prompt den Vorwurf der Polemik ein. Die FAZ bezeichnet ihn als Zeitgeist-Roadie – eine Ehrenbeschimpfung, die man sich redlich verdienen muss. Aber auch hier greift die unter Trend 5 subsummierte These der Autonomie: Nur der wirklich Starke vermag es gegen den von allen Seiten zwangspostulierten Gleichheitsstrom zu schwimmen.

Um den despektierlich gebrauchten Zeitgeist-Roadie nochmals aufzugreifen: Im modernen WIRRklichkeitsRAUM ist der Zeitgeist-Rowdy, der sich mit gesunder Arroganz und Ignoranz über die  allgemeine Zwangsgleichmachung hinwegsetzt, stärker gefragt als je zuvor. Hatte früher der Mann ritterlich um die Frau gekämpft, so kämpft er heute gegen sie und die moderne Frau wundert sich, warum es nur noch Männchen und keine Männer mehr gibt – was jetzt nicht heißt, dass der Rückschritt zum Macho gefordert wird und auch der gebührende Respekt gegenüber Behinderten soll nicht in Frage gestellt werden.

Respekt jedoch muss das neue Zauberwort der nächsten Jahre heißen. Die Zeit ist reif für einen neuen kosmopolitischen Respekt mit dem Recht auf Ungleichheit.  Kosmopolitismus ist der neue zentrale Begriff, der ein Zusammenleben über sozio-virtuelle und staatliche Grenzen hinweg ermöglicht, ohne dass Eigenheit und Differenz auf dem Altar der unterstellten (nationalen) Gleichheit geopfert werden (vgl. Beck/Grande).

Trend 1: Arbeiten im WIRRklichkeitsRAUM

Trend 2: Die Religiosität der Marke

Trend 3: Echtzeitkommunikation

Trend 4: Sozial-kognitive Dissonanz

Trend 5: Das Zeitalter der Charismatiker

Trend 6: Intuitive Ballistik – Das Ende der Zielgruppe

Trend 7: Das Ende der Politischen Korrektheit

Trend 6: Intuitive Ballistik – Das Ende der Zielgruppe

Über die Sinnhaftigkeit von Zielgruppen wurde im vergangenen Jahr viel diskutiert. Auch dem Mediaunwissenden leuchtet ein, dass die Zielgruppe 14-49 alles andere als homogen ist und dass der 14jährige durchaus andere Interessen hat, als der 49jährige, muss nicht explizit betont werden.

Das letzte Jahr hat gezeigt, dass die Zielperson der treffendere Begriff wäre. Die Zielperson hat natürlich den entscheidenden „Nachteil“, dass sie nicht homogen ist und mit quantitativen Techniken somit nicht planbar ist. Die Zielperson als solche verlangt vom Marketing ein wesentlich komplexeres und vernetzteres Denken (was das krampfhafte Klammern an den bekannten Zielgruppen erklärt, denn zeitnahe Marketeers müssen sich erst einmal abstimmen).

Bereits an anderer Stelle konnte gezeigt werden, dass sich die multiple Monogamie deutlich von klassischen Haushaltsgrößen unterscheidet, was dem klassischen Marketingmenschen, der in eMail Schubladen denkt und bisher nur Haushalte beglückte, in arge Bedrängnis bringt.

Als Wunderwaffe gegen den Verlust der Zielgruppe wird dann meist der SEM-Zauberstab in Verbindung mit einem Gutschein über 50 Euro aus dem Hut gezaubert – was den kleinen Handwerker sicherlich beeindruckt, nicht jedoch den Marketingprofi. Die Suchmaschine und hier speziell google ist sicherlich ein wichtiger Baustein, aber die Summe aller Teile ist immer mehr als das Ganze.

Fakt ist, dass gesellschaftliches Leben komplexer wurde und wird. Der heutige Homo Optionalis lebt und arbeitet in einem WIRRklichkeitsRAUM, der die sozio-virtuelle Verlängerung des von Schulze beschriebenen „erweiterten Möglichkeitsraumes“ darstellt. Schulze sprach in diesem Zusammenhang von expandierenden Möglichkeitsräumen die allen offen standen, die zahlen konnten. Social Media Welten lassen den Zahlungsaspekt heute in den Hintergrund treten, die Tür in zahlreiche Parallelwelten steht nunmehr fast jedem offen.

Das zielgruppenvernichtende Zauberwort heißt hieraus resultierend „Parallelnutzung“ und ist der Feind jedes einfach strukturierten Mediaplaners sowie der Freund des vernetzt denkenden Mediaprofis (Agenturnetzwerke verordnen demzufolge Nachhilfe). Konnte schon die Fernsehforschung nie sagen, ob die Werbung auch wirklich gesehen wurde, weil der Sensor an Klo- und Kühlschranktür fehlte, so kann die Mediaforschung heute noch weniger konkret sagen, ob der Fokus des Konsumenten auf dem Fernsehbild (ohne Ton), dem davor postierten Laptop (wir nennen ihn nicht Klapprechner), der parallel gelesenen Zeitung (selten gewordenes Medium mit haptischem USP) oder der Radiostation liegt.

Auch DAS Bild DES klassischen Konsumenten ist verschwunden. Die werbetreibende Industrie tut deshalb gut daran, sich an Milieus (gleich welcher Couleur) zu orientieren (auch wenn diese vor Jahren schon tot gesagt wurden, aber tot Gesagte leben nun mal länger…). Otto Normalverbraucher und Markus Möglich haben als marktforscherische Gallionsfiguren ebenfalls ausgedient und ihren letzten Gang ins Marketing-Museum angetreten, wo sie neben Frau Tilly und Clementine einen wohl verdienten Platz gefunden haben. Frau Sommer hingegen scheint noch zu leben. Die ehemalige Sekretärin, die Traumfrau jedes Middlemanagement Managers ist heute alleinerziehende Mutter von zwei Kindern, das passt besser ins Gesamtbild. Zu ihr gesellt sich die altbekannte Soccer Mom, die als Taxi-Fahrerin mit Diplom (wenigstens kein Bachelor) zwar auch kein wirkliches Familienleben, aber zumindest eine Beschäftigung hat.

Als „neu im Bunde“ werfen wir an dieser Stelle in die Zielgruppendiskussion die Göttin im Sandkasten und die metro-A-sexuelle Frau, die gegen sich selbst und die Playstationspieler kämpft und sich damit abgefunden hat, dass Männer zunehmend schwuler werden (was in der nächsten Trendbetrachtung nochmals vertiefend untersucht werden muss) – sollte die moderne Frau den beiden Typologisierungen nicht entsprechen, dann lebt sie in einer Entziehung und es ist kompliziert

Auf der männlichen Seite kristallisieren sich ganz grob fünf Cluster heraus: Der nun allseits bestens bekannte und gefürchtete Playstationspieler, der sich mit der Playstation besser auskennt als mit Frauen, der schwule City Cowboy , der aufgrund der allgemeinen gesellschaftlichen politischen Korrektheit und eines schwulen Außenministers immer gesellschaftstauglicher wird (tbd.), Robinson Krösus der das Land (offiziell) verlassen hat und auf einer schweizer Insel lebt (tbd.), der alte König, der gerne auch als (Lebens)Künstler bezeichnet wird, ein ehemaliger Top-Manager, der sich nicht wie alle anderen Business Angel, Interim Manager oder Consultant nennt – Die DAUs, NERDs und PEBKACs werden an dieser Stelle vernachlässigt…

Bis hierhin konnte gezeigt werden, dass unterschiedliche Zielpersonen in einem WIRRklichkeitsRAUM leben. Um einem Marketingverantwortlichen die WIRRkungsmechanismen zu verdeutlichen: Eine Zielperson investiert beispielsweise bei twitter Zeit, die sie eigentlich nicht hat, in Sprüche, die niemand braucht, um dann Leute zu beeindrucken, die die Zielperson zumindest nicht mal mehr kennt. Das Ganze wird dann qua Technologie in Facebook transferiert, wo man die Menschen zwar persönlich kennt, aber gerade deshalb nicht von ihnen beeindruckt ist. Die gleiche Zeit wird dann nochmals investiert, um zu verhindern, dass all diese Sprüche bei XING auftauchen, schließlich will man ja seine Online Reputation nicht ruinieren. An dieser Stelle kommt dann die Marketingabteilung ins Spiel und versucht der gestressten Zielperson auch noch etwas zu „verkaufen“. Die Werbebotschaft konkurriert dann, so konnte an anderer Stelle gezeigt werden, mit espressotrinkenden Motorrädern (sozial-kognitive Dissonanz). Übersetzt: Der Meldung „schwingt sich aufs Motorrad und geht Espresso trinken“ steht beispielsweise „Aperol Spitz, jetzt auch in grün“ gegenüber. Es mag an dieser Stelle sein, dass die Fangemeinde dieses Getränkes seit Jahren auf die Farbe grün wartet, aber die Frau, die den Soziasitz des espressotrinkenden Motorrades besteigen will, ist zu dieser Zeit nur an vier Dingen interessiert: Ist, erstens: noch ein Platz auf der Maschine frei? Zweitens: was ziehe ich an? Drittens: wird mir der Helm die Frisur ruinieren? Und viertens: wo fahren wir hin…? Die Werbebotschaft „Aperol Spitz, jetzt auch in grün“ entlockt bezogen auf die grüne Farbe lediglich ein zaghaftes „fahr nicht so schnell…“

Wie aber gelangt die Markenbotschaft zum sozio-virtuellen Kunden? Die Antwort ist einfach: Intuitive Ballistik – die Umkehrung der Kommunikation unter besonderer Berücksichtigung des Verschwindens der Zielgruppen. Authentisch, ehrlich, direkt, angstfrei und immer verspielt…

Kommunikation der neuen ART.

 

Trend 1: Arbeiten im WIRRklichkeitsRAUM

 

Trend 2: Die Religiosität der Marke

 

Trend 3: Echtzeitkommunikation

 

Trend 4: Sozial-kognitive Dissonanz

 

Trend 5: Das Zeitalter der Charismatiker

 

Trend 6: Intuitive Ballistik – Das Ende der Zielgruppe

 

Trend 7: Das Ende der Politischen Korrektheit

 



Trend 5: Das Zeitalter der Charismatiker

Das Jahr 2010 war das Jahr der Abmahnanwälte. Unternehmen, so konnte man am Beispiel Jack Wolfskin feststellen, wurden nicht mehr vom Manager geführt, sondern vom Rechtsanwalt, was kommunikativ nicht immer gut ausgehen muss, wie das Beispiel zeigte…

Im Fall Jack Wolfskin stieg der CEO erst in der dritten Runde wieder in den Ring und siehe da: Ober sticht Unter oder: Persönlichkeit ist dann doch besser als Anwalt.

Die Zeit ernennt in diesem Zusammenhang das Jahr 2010 sogar zum Jahr der Charismatiker. Obama, zu Guttenberg und Julian Assange werden hier als Paradebeispiele diskutiert.

Der strahlende Held: zu Guttenberg. Er verstand es im Gegensatz zu Obama sein Anderssein zu inszenieren. Es wird verdeutlicht, dass der US-Präsident in der Phase seines Aufstiegs als der Charismatiker schlechthin galt. Er wird dargestellt als wundervoller Redner, als schöner Mann (den Aspekt des Lookismus gilt es später unter Trend 7 zu vertiefen), als etwas ganz Besonderes. 2010 nun der rasante Fall: Als Teil des politischen Systems kann Obama seine strahlende Sonderstellung, die er im Rahmen des Wahlkampfes gehabt hatte, nicht behaupten. Es fehlt autonome Position.

Im Gegensatz zu Obama ist  Karl-Theodor zu Guttenberg mit weitaus weniger vorteilhaften Attributen ausgestattet. Das Zeit Magazin unterstreicht, dass er längst nicht so gut reden kann, aber dennoch vermochte er sein Charisma zu behaupten und auszubauen. Dem fränkischen Politiker nimmt man es ab, dass er als adeliger, reicher Mann gegenüber Politik und Gesellschaft autonom ist. Es ist ihm egal, wer unter ihm Kanzler ist.

Während in der Politik die finanzielle Unabhängigkeit im Vordergrund zu stehen scheint (ob mit oder ohne anonyme Mäzene sei dahingestellt), scheinen sich die Charismatiker in der Wirtschaft schwer zu tun. Vorbei die Zeiten, in denen charismatische Führer medienwirksam ins Licht der Öffentlichkeit traten und Mitarbeiter wie Gesellschaft mitrissen.

Ein Blick in die Rubrik „Biographien“ bei amazon verdeutlicht: Im Vordergrund Biographien mit hohem “Neidfaktor“, aber passend zur Inszenierungsstrategie natürlich auch eine Biographie von zu Guttenberg zu finden zahlreiche weitere allerdings ziemlich tote politische Persönlichkeiten wie Karl Marx oder Stalin, zu finden auch literarische, aber auch tote Größen wie Thomas Mann oder Heinrich Heine, aber auf Seite 26 immer noch keine Biographie eines noch lebenden charismatischen Wirtschaftsbosses.

Wo sind sie geblieben, die Spitzenmanager mit Charisma, die auch noch in der Lage waren, dies in Wort und Schrift zu fassen, wie beispielsweise ein Daniel Goeudevert oder Akio Morita (Sony). Die Helden der Wirtschaft schreiben heute nicht mehr, nicht mal mehr in einem eigenen Blog, obwohl das zeitgemäß und zielführend wäre.

An dieser Stelle wird unterstrichen, es wird nicht behauptet, dass es keine charismatischen Führer mehr gibt, im Gegenteil: Es gibt sie, allen voran sicherlich auch ein Mann wie Dr. Josef Ackermann. Kennzeichen: Auch er ist autonom und auch ihm war und ist es egal, wer unter ihm Kanzler ist und deshalb verkündete er lautstark, dass er sich schämen würde, wenn er staatliche Hilfe in Anspruch nehmen müsste und am Ende des Tages war er es, der als Gewinner aus dem Spiel ging und verdeutlicht, dass Gradlinigkeit, Charisma und Mut zum Fehler machen Erfolgsgaranten sind.

Autonomie ist der zentrale Begriff in Zusammenhang mit der charismatischen Persönlichkeit. Nota bene: Autonomie ist nicht immer deckungsgleich mit Reichtum. Es gibt genügend Beispiele, die zeigen, dass Charisma nicht auf finanziellem Wohlstand aufgebaut sein muss. Morton Lund, einer der Gründer von skype, verdeutlicht dem Außenstehenden, dass eine starke Persönlichkeit nicht von einem vollen Geldbeutel, sondern vom Glauben an sich und die eigene Sache abhängt. Brandeins hat den Entrepreneur treffend präsentiert: „Auf seine Visitenkarten hat Morten Lund nicht nur seinen Namen drucken lassen, sondern auch das Programm, mit dem er sich aus dem Bankrottschlamassel befreien möchte: “no strategy – no plan – no weapons – no porn – no assholes“.

Und nun, zwei Jahre nach seiner Insolvenz, steht er wieder aufrecht auf der Bühne des Lebens. Seine Botschaft: Be Focused. Geld bedeutet immer weniger, der Mensch, der dahinter steht, bedeutet alles. Mit einem entschlossenen Charismatiker und der richtigen Vision (siehe Trend 1: Gründung von Visionsabteilungen) kann ALLES ein Erfolg werden. Weitere Erfolgsfaktoren: Networking – mit Menschen, die begeistern und mit nach oben ziehen.

Persönlichkeiten wie Morton Lund führen vor Augen, dass Erfolg keine Frage des Geldes ist und schon lange keine Frage der eingeprügelten Motivation à la Anthony Robbins oder sonstiger selbsternannter Gurus, Heilsbringer oder Handaufleger, die selbst keine Ahnung haben, aber predigen, wie man sie bekommen könnte. Morton Lund steht wie kaum ein anderer für ein autonomes und rebellisches Leben. Und wenn man ihn nach Trends fragt, kann er sich eine ehrliche Meinung erlauben: I have noch fucking Clue.

Markenaufbau von innen, wird nicht von oben aufoktroyiert, SPIRIT kommt von innen und Spirit kommt aus Überzeugung, Spirit wird geprägt von einem starken Charismatiker, der an sich glaubt, der das, was er tut, aus LEIDENSCHAFT tut (oder es ansonsten sein lässt), Spirit hat etwas mit TRÄUMEN zu tun.

Charismatiker sind Menschen ohne Job und Beruf.

Charismatiker sind Manager aus Berufung.

 

Trend 1: Arbeiten im WIRRklichkeitsRAUM

 

Trend 2: Die Religiosität der Marke

 

Trend 3: Echtzeitkommunikation

 

Trend 4: Sozial-kognitive Dissonanz

 

Trend 5: Das Zeitalter der Charismatiker

 

Trend 6: Intuitive Ballistik – Das Ende der Zielgruppe

 

Trend 7: Das Ende der Politischen Korrektheit


Trend 4: Sozial-kognitive Dissonanz

Während Stuttgart 21 ein Beispiel für fehlende Kommunikation in Kombination mit Politikverdrossenheit ist, zeigt das Beispiel KitKat von Nestlé, dass Echtzeitkommunikation durchaus aussitzbar ist. Zugegeben, man hätte es eleganter lösen können, zumal man den Ruf des Erfinders proaktiver  dialogischer Kommunikation der ethischen ART zu verlieren hatte.

Wir erinnern uns: Greenpeace hatte einen Viralen Clip ins Netz gestellt, der einen Menschen zeigt, der den Pausenriegel aus dem Hause Nestlé verzehrt. Bei näherem Hinsehen jedoch erkennt man den Finger eines Orang-Utans. Kernaussage: Wer den mit Palmöl hergestellten Riegel kauft, unterstützt die Abholzung des Regenwaldes und somit die Zerstörung des Lebensraumes des Orang-Utans.

Die Greenpeace Aktivisten streuten diesen Clip via youtube und die Botschaft via Facebook. In Windeseile stand Nestlé mit dem Rücken zur Wand und entschloss sich sogar, die Fanseite zu schließen.

Nach einiger Zeit jedoch Rückkehr zu Formulierungen wie „wo isst du denn deinen Lieblingspausensnack?“ – als ob nichts passiert wäre…  So jedenfalls der Eindruck. In Wirklichkeit jedoch, so eine mögliche Gegenthese, hat Nestlé die Greenpace Aktivisten mürbe gemacht. Denn: So lange die Aktivisten Zeitbomben in die KitKat Gruppe legen mussten, konnten sie keine weiteren Aktionen durchführen. Keine Zeit für den Kampf gegen Castor & Co., keine Zeit Wale zu retten, keine Zeit für den Klimaschutz und auch keine Zeit, den Grünen den Krieg zu erklären – einfach nur, und das ist tragisch, an einen ordinären Schokoriegel gebunden und somit global handlungsunfähig. Und während man Schokobömbchen wirft, zieht die Social Media Karawane weiter zu anderen gefällt-mir-schlachtfeldern wie Ausbruch eines isländischen Vulkans, Fußball Weltmeisterschaft (immer wichtiger als jeder Skandal) oder Streetview…

Rückkehr zur „Tagesordnung“ – veränderte Halbwertzeit der Kommunikation, der User blendet Nachrichten nach einer gewissen Zeit aus und schützt sich so vor Reizüberflutung. Sozial-kognitive Dissonanz.

Auch das Thema BP und die Verschmutzung der Meere kann unter diesen Trend subsummiert werden. Ein Blick auf obige Grafik zeigt von Mai bis Ende Juli die Proteststürme (inkl. massiver Drohungen seitens Obama), legt man jedoch einen zweiten Begriff (rote Linie) über die BP Line, so wird schnell deutlich, dass dem Bundesbürger das Thema Urlaub wesentlich wichtiger ist. Echtzeitkommunikation unter besonderer Berücksichtigung sozial-kognitiver Dissonanz…

 

Trend 1: Arbeiten im WIRRklichkeitsRAUM

 

Trend 2: Die Religiosität der Marke

 

Trend 3: Echtzeitkommunikation

 

Trend 4: Sozial-kognitive Dissonanz

 

Trend 5: Das Zeitalter der Charismatiker

 

Trend 6: Intuitive Ballistik – Das Ende der Zielgruppe

 

Trend 7: Das Ende der Politischen Korrektheit


Load More