Monthly Archives: September 2010

Vom Unternehmer zum Sender Chef

Wer hätte es sich träumen lassen, dass er als erfolgreicher Unternehmer gleich welcher Branche nochmals Chef eines (Fernseh)Senders werden würde. Hünnekens spricht in diesem Zusammenhang vom Ich-Sender und manche Firmen haben gar fürchterlich viele davon. Wer dann wie beispielsweise Mercedes Benz über 250.000 Mitarbeiter hat, überlegt sich sicherlich schon das eine oder andere Mal, was wohl passieren würde, wenn jeder Mitarbeiter ein Auto verkaufen würde…

Nimmt man als gedachte Spielgröße die Neuzulassungszahlen für Mercedes-Benz im ersten Quartal 2010 und rechnet sie auf das ganze Jahr hoch, so ergäben sich rund 200.000 Neuzulassungen (Quelle: Kraftfahrt-Bundesamt). Würde man, rein hypothetisch alle Mitarbeiter dazu bringen, nur ein einziges Auto selbst zu verkaufen, würde dies einer Verdoppelung der Verkaufszahlen allein in Deutschland entsprechen – rein hypothetisch selbstverständlich.

Setzt man diese theoretischen Ansätze fort und wirft einen Blick in die über 500 (!) Mercedes-Benz facebook Gruppen, dann würde dies bedeuten, dass das Mercedes-Benz Museum nicht nur 6.607 Fans hätte, sondern 250.000 Fans –  250.000 Mercedes Mitarbeiter, die sich, so der Umkehrschluss, auch für die Historie ihres Arbeitgebers interessieren. Die Mercedes-Benz Fashion Week verweist mit 52.876 Fans die Kultur zwar deutlich in die Schranken, könnte aber dann theoretisch auch über 250.000 Fans haben…

Der Reiz eines jeden Arbeitgebers ist sicherlich hoch, qua Dekret den Arbeitnehmer anzuhalten, einen „kleinen Hinweis“ im privaten Profil zu posten. Jetzt aber kommt die Kunst, nicht nur ein guter Manager, sondern auch ein guter „Senderchef“ zu sein und eine Vielzahl an Ich-Sendern zu steuern. So viel vorweg: In Fernsehsendern arbeiten TV Profis, in Unternehmen arbeiten zwar auch Profis, aber wie macht man aus einer Sekretärin eine Moderatorin oder aus einem Marketingleiter einen “Fernsehstar”?

Die viel wichtigere Frage lautet: Wie bringe ich alle Interessen unter einen Senderhut, denn der Ich-Sender hat unterschiedliche Motivationen zu senden. Die soeben von der Sekretärin zur Moderatorin „umgebaute“ Mitarbeiterin könnte unter Umständen für das Image des Unternehmens wenig hilfreich sein, wenn sie sich „mannstoll“ auf die Pirsch begäbe…

Das alte Prinzip „One Face to the Press“ ist mit der Umformung des Unternehmens zum Sender ebenfalls ausgehebelt. Es redet jetzt JEDER und das zudem noch im reduzierten twitter Stil von 140 Zeichen (auch wenn Facebook mehr anbieten würde…)

Im Fall von Ergo konnte man sehr gut sehen, dass die über 500 Mitarbeiter mit facebook Account nicht unbedingt auf den Dachmarkenwechsel vorbereitet waren, was zu entsprechenden Kommentaren und Antworten führte. Die Kunst wird es sein, den Arbeitnehmer nicht wie bisher einfach zu motivieren, seinen Job zu verrichten, sondern ihn dort abzuholen wo er sich befindet: In seinem persönlichen Social Media Umfeld. Dies bedeutet: Monitoring, identifizieren, zuhören, abholen, mitnehmen und dann gemeinsam auf eine spannende Reise zu gehen.

Für das Management bedeutet dies aber auch: Führen durch Vorbild. Wenn der „Senderchef“ nicht selber sendet, macht er sich unter Umständen unglaubwürdig. Das Top Management übersieht im Zusammenhang mit Social Media Marketing gerne, dass virales Marketing eben nicht wie klassisches Marketing qua Verordnung von oben umgesetzt werden kann. Nicht erst seit dem Cluetrain Manifest (April 1999) ist bekannt, dass es unternehmensinterne oftmals sehr virulente Prozesse gibt, die in der Unternehmensstrategie nicht abbildbar sind.

Vernetzte Märkte, so das Credo des Cluetrain Manifestes, organisieren sich schneller als traditionelle Unternehmensformen. Das allseits gefürchtete unüberlegte Management by Telephone kann also multiple nichtlineare Metamorphoseprozesse leicht „zum Kippen“ bringen. Die Chaos-Theorie spricht in diesem Zusammenhang von Bifurkationen. Wir sprechen von Markenaufbau von Innen, einem gezielten strategischen Prozess, der zwar von der Unternehmensleitung vorgegeben wird, der allerdings auch eine starke Eigendynamik beinhaltet. Social Media, so die Praxiserfahrung ist demzufolge nichts für „KO Manager“ (K steht hierbei für konservativ und kostensenkend und O für orientierungslos). Wenn Social Media Marketing als Faktor zur Kostenreduzierung eingesetzt wird, ist die Gefahr, dass die Kommunikation ungeplant aus dem Ruder läuft, recht hoch. Der Faktor Unkalkulierbarkeit kann die Kosten extrem erhöhen, wenn man nicht 150% hinter Social Media Konzepten steht, sie verinnerlicht und (vor)lebt. Social Media bedeutet ein Leben mit Imponderabilien aber auch nachhaltiger Erfolg durch überschaubare Risikobereitschaft (sofern man mit Profis arbeitet), der Vergleich mit der Chaostherorie sei deshalb erlaubt.

Mind Store Marketing
– wir entschäften Zeitbomben und beherrschen das Chaos -

Die Tuning Branche: Totgesagte leben länger

Der Verband der Deutschen Automobiltuner (VDAT) frohlockte im Jahre 2005, dass 4,6 Milliarden Euro in der Tuningbranche umgesetzt wurden. Die Bandbreite der Firmen, so verkündete man stolz, reiche vom Ein-Mann-Betrieb bis zum Unternehmen mit mehreren hundert Angestellten. Ein auf alle Fälle ernst zu nehmender Wirtschaftszweig. Seit dem hat sich extrem viel im Tuning Sektor getan, der eine oder andere Player hat den Markt verlassen, der eine oder andere kam dennoch auch neu dazu. Renommierte Marken wie D&W wurden durch die Branche groß, machten sie groß und gingen mit und durch sie in den Untergang. Aber auch D&W ist seit diesem Jahr wieder am Start…

Ebenfalls wieder „am Leben“ ist der Leonberger Porsche Tuner Gemballa. Als er wiederbelebt wurde, hätte man vor denken können, dass Gemballa DIE die Tuningmarke schlechthin ist. Ein Blick hinter die Kulissen im Rahmen eines Monitorings zeigt, dass Edeltuningmarken wie Gemballa, TechArt, Ruf oder Mansory kaum ein Gesprächsthema in den durchsuchten Netzwerken sind . Vielmehr hatte die Gemballa Pressekonferenz zur Wiederbelebung der Firma zu einem Hype in der Social Media Welt geführt, gepushed hauptsächlich durch Autobild und entsprechend viele Tweets.

Tuning ist, das hat die Studie ebenfalls gezeigt, ein oft diskutiertes Thema, das erwartungsgemäß größtenteils in Automobilnetzwerken zu finden ist. Die Diskussionen sind allerdings häufig sehr allgemein gehalten, so dass einzelne Tuningmarken nur selten vorkommen. Sind diese im Gespräch, so liegen AMG, ABT und MTM vorn, gefolgt von Brabus, Irmscher und Alpina. Auch Hartge, Ruf, Oettinger oder Carlsson tauchen im Monitoring auf, jedoch in so geringer Anzahl, dass sie nicht in der TagCloud sichtbar sind.

Die Analyse zeigte, dass ABT sportsline sehr gut in den sozialen Netzwerken Facebook, Twitter und YouTube vertreten ist. Ebenfalls gut vertreten ist MTM, jedoch kann hier das Potential noch weiter ausgeschöpft werden. AMG hat noch keine eigenen deutschsprachigen Pages und Accounts.

Generell scheint die Tuning Branche die Social Media Welt wie einen weiteren Medienkanal zu verstehen, nicht jedoch wie eine neue Kommunikationswelt, die neue Ansätze verlangt. Vielmehr überträgt man oftmals die über Jahre erlernten Muster (Event mit Sexy Carwash) und Katalogschwerpunkte á la D&W  auf soziale Netzwerke. Dies könnte ein Erklärungsansatz dafür sein, dass die Tuning Marken deutlich hintern den getunten Automarken in Erscheinung tritt.

Was die Monitoring Ergebnisse unabhängig von der Markenproblematik zeigen, eine Marke hat sich im Tuningmarkt deutlich etabliert: Die Miss Tuning. Die jährlich gekürte Botschafterin der Tuning World Bodensee ist eine Größe der Branche geworden. Auch wenn die Halbwertzeit der einzelnen Miss Tuning im homöopathischen Bereich liegt, trägt doch jede einzelne Miss Tuning zur Stärkung der gesamten Branche bei.

Übrigens: Wir sind käuflich! Wir bieten markenspezifische Analysen, Monitoring und Consulting für Tuner, Autohersteller und Motorradhersteller.

Facebook Account gelöscht!

Als Social Media Agentur ist man erfahrungsgemäß viel auf facebook unterwegs und man schreibt auch den einen oder anderen mal an. Was für ein Schock dann am Sonntagmorgen, wenn man lesen muss, dass der persönliche Account ohne Vorwarnung gelöscht wurde!

Neuer Account ab sofort: facebook

Die Willkürlichkeit der Löschung zeigt, dass Unternehmen den kompletten Umzug auf eine einzige Plattform dringend überdenken sollten…

Überlegung Nummer zwei: Niemals nur einen einzigen Account bei facebook anlegen und immer 2-3 Administratoren auf eine facebook Gruppe oder Seite setzen.

Fazit: Guerilla Marketing ist ein hartes Business, das immer wieder den einen oder anderen Rückschlag beinhaltet…

…dafür aber EXTREM viel Spaß macht!!

In diesem Sinne: Wir bleiben extrem, rebellisch und schräg!

Dialog

Social Media Networks, das ist Dialog und so suchen wir als Guerilla Marketing Agentur den Dialog mit den Menschen im Netz: Wer nur, so fragen wir uns, sucht den Begriff “social media versicherung“?? Natürlich freuen wir uns, dass wir dadurch auf einen der vorderen Plätze bei Google gekommen sind, aber so ganz verstehen wir das nicht und so freuen wir uns auf Post von Menschen, die “social media versicherung” suchen…

Da wir mit dem Suchbegriff “ergo marketingleiter” auf Seite eins, Platz zwei bei Google gekommen sind, würde uns natürlich interessieren, ob diejenigen den Suchbegriff eingegeben haben, um mit dem ERGO Marketingleiter über die Plagiatsvorwürfe zu reden oder weil sie denken, dass dort, wo so viel Geld für eine Kampagne ausgegeben wird, noch mehr “rumliegt”?? Auch hier wären wir sehr an einem Dialog interessiert…

Und noch ein Gedanke zum Thema Dialog: Nach zwei Tagen Dmexco ist uns aufgefallen, dass dort wahnsinnig viele Menschen mit einem Kompass durch die Messehallen liefen. Erst bei näherer  Betrachtung konnte man erkennen, das es sich um Smartphones handelte, die man wohl zur Orientierung brauchte – geradeaus schaute jedenfalls niemand, fast alle liefen mit gesenktem Haupt durch die Hallen und entsprechend oft waren die Rempeleien – es kann also erwartet werden, dass die nächste Generation von Smartphones mit entsprechenden Sensoren ausgestattet ist.

Gelegentlich konnte man auch Menschen beobachten, die ihren Kompass dann ans Ohr legten und so taten, als ob sie telefonierten. Weil sie in der Zeit des Telefonierens ohne Orientierung waren, schrien sie alle sehr laut in ihren Kompass.

Andere hatten Ohrstöpsel an den Kompass angeschlossen und führten Selbstgespräche.

Die Evolution, so konnte man feststellen, geht wundersame Wege.

Was bei den oben skizzierten Evolutionssprüngen beruhigt: Bei der Bahn bleibt alles beim Alten. Ansage am Bahnhof in Köln: Die Wagen der ersten Klasse befinden sich heute ausnahmsweise in den Abschnitten B und C. Nach der dritten Ansage dieser Art erfährt man, warum dies so ist: Der Zug besteht heute nur aus der Hälfte aller Wagen – “wir entschuldigen uns bei allen Reisenden für die Unannehmlichkeiten”…

Die Frage, die bei allen Fahrgästen aufkommt, ob die Bahnvorstände wohl auch mit dem halben Gehalt zufrieden wären, weil die Bahn die halbe Leistung liefert. Am Frankfurter Flughafen macht der Schaffner dann den grandiosen Vorschlag, dass alle Reisenden, die so blöd waren, eine Platzkarte zu kaufen und keinen Sitzplatz dafür bekommen haben, einfach in einen anderen Zug umsteigen, um dann VIELLEICHT einen Sitzplatz zu ergattern, aber dafür SICHER eine halbe Stunde später in München zu sein.

In Frankfurt dann das nächste Drama, der Zug ist überfüllt. Die Ansage des Schaffners: “Wir appellieren an die Vernunft der Passagiere, wieder auszusteigen – bis dahin verzögert sich die Abfahrt auf unbestimmte Zeit.” Kommunikation, so stellen die Reisenden unisono fest, zählt nicht zu den Stärken der Bahn. Nach der dritten Aufforderung bewegt sich im Zug nichts und niemand und alle empfinden den Zwangsstop imFrankfurter Hauptbahnhof als Freiheitsberaubung. Und da war er dann auch wieder, der Dialog – zwar nicht, wie erwartet zwischen der Bahn und den Reisenden, sondern zwischen den Reisenden untereinander. Von Mensch zu Mensch und ohne eine kleine Glaskugel mit einem Apfel drauf…

Echte Kerle heulen nicht

Kurzer Nachtrag zum Thema GQ und Metrosexualität: Echte Kerle heulen nicht! Oder doch? Sagen wir es mal so: Wenn echte Kerle ein Test-Motorrad wie die Triumph Rocket III Roadster zurückgeben müssen, dann kann es schon mal vorkommen, dass…

…sie zumindest einen traurigen Blick zurückwerfen.

Übrigens: Für die nächsten Tage verlassen wir unsere geliebten Berge und fahren nach Köln zur dmexco.

Wir sehen uns in Köln!

weitere Fotos unseres Lieblingsmodels gibt es übrigens

in unserem Auto- und Motorrad Magazin

GQ Magazin – die einzige Werbung, die durch Zeitschrift unterbrochen wird

Die neue GQ ist komplett überarbeitet und metrosexuell, so die Ankündigung des Verlages. Überarbeitet, so zeigt ein Blick in die September Ausgabe, war dann aber nicht nur die GQ Redaktion, sondern auch der Anzeigenvertrieb, denn der dürfte so richtig rotiert haben, wenn man auf die geschalteten Anzeigen schaut:

GQ, die einzige Werbung, die durch Zeitschrift unterbrochen wird.

Wenn man den Nerv hat, sich durch 36 Seiten (Mode)Werbung zu kämpfen, entdeckt man auf Seite 37 (!), selbstverständlich umrahmt von Werbung, ein kleines Foto von einem Mann, der sich Chefredakteur nennt und man fragt sich an dieser Stelle, warum ein Modekatalog einen eigenen Chefredakteur hat. Auf Seite 40 dann die ersten News, interne natürlich, damit der Leser nicht durch zu viel Text verunsichert wird und selbstverständlich flankiert von ganzseitiger Werbung.

Metrosexuell sei das neue Magazin, so kündigte der Kataloghersteller aus München es zumindest an. Metrosexualität, so können wir bei Wikipedia lesen, ist ein moderner Lebensstil, der von der modischen Ausrichtung nicht mehr zwischen Frau und Mann unterscheidet, sich aber auf Accessoires und äußere Attitüde reduziert.

Der Definition nach, so lesen wir ebenfalls, lassen metrosexuelle Männer auch die weibliche Seite ihrer Persönlichkeit zu und zeigen nach außen hin Verhaltensweisen, die bis dato eher dem Lebensstil von Frauen oder dem Klischee des homosexuellen Mannes zugeordnet werden. Wir haben also, wenn wir die Definition ein wenig enger sehen, mit GQ im Grunde genommen ein neues Schwulenmagazin, in dem sich, wir nennen sie jetzt mal nicht schwule, sondern metrosexuelle Männer, über ihr neues Handtäschchen informieren können.

Damit der metrosexuelle Mann mit seinem metro-A-sexuellen Leben klar kommt, ist auch das Dr. Sommer Team mit an Bord. Dr. Sommer heißt im GQ Magazin nicht Dr. Sommer, gibt sich intellektuell, lässt den Doktortitel weg, nennt sich nach der gleichnamigen Puddingwerbung Frau Paula und präsentiert sich als leichtbekleidete Domina, was einem von uns ermittelten Trend nachkommt, wonach 70% aller Männer (zunehmend devoter werdende) Langweiler sind, die für die Frauenwelt nicht zu gebrauchen sind, 20% sind dilettantische Schweine (die eine Frau schon gut quälen können, aber nicht Beziehungsfähig sind) und nur 10% fallen nach unseren Statistiken in die Kategorie „gute Schweine“ (die allerdings niemals die GQ lesen würden, aber das ist ein anderes Thema).

Der metrosexuelle Mann, so konnte gerade gezeigt werden, entspricht also dem von uns skizzierten Bild des Playstationspielers. Wen wundert es also, dass die neue GQ auch eine Spiele Ecke anbietet – irgendwo muss der metrosexuelle Mann ja seine Sexualität ausleben.

Übrigens: In der Mitte des Heftes findet man eine Reportage, die die Tradition des Condé Nast Verlages fortsetzt – guter Journalismus in Kombination mit exzellent gemachter Fotografie. Damit aber der metrosexuelle Leser nicht irritiert wird, hat man die Reportage geschickt als Werbe-Shooting verpackt. Man zeigt darüber hinaus viel Haut in Form von schönen langen Beinen und spricht, damit es nicht praktiziert werden muss, von Sex…

Um den metrosexuellen Leser qua relevantem Keyword anzulocken, wird der Modekatalog namens GQ mit prominenten Namen garniert. Auf der Titelseite können wir lesen: Milla Jovovich – Keine Angst vor starken Frauen. Darüber hinaus Prominenz von Ben Tewaag bis Mezut Özil.

Passend zum Thema „wie finde ich redaktionelle Beiträge zwischen den Werbeanzeigen“, hat sich der Navgationsspezialist Garmin mit einer Tandem Anzeige ins redaktionelle Autoumfeld gesetzt.

Warum aber aber macht sich eine Guerilla Marketing Agentur über die neue metrosexuelle GQ Gedanken? Ganz einfach: Wir wollten mal sehen, ob wir mit den Begriffen GQ und metrosexuell bei Google auf die ersten Plätze kommen, wer sich dann aus dem Hause Condé Nast bei uns meldet oder ob wir vielleicht sogar Post von einem GQ Werbekunden bekommen. Wir nennen diese Vorgehensweise intuitive Ballistik und finden es immer wieder spannend, auf diese Weise neue Menschen kennenzulernen!

Navigation statt Inspiration?

Es muss ein Schock für die alteingesessene Navigationsbranche gewesen sein, als Google Navigation an den Start ging. Statt Hardware kaufen zu müssen, konnte der Konsument Google Maps auf sein bestehendes Handy herunterladen. “Smartphones machen dem Navi kräftig Konkurrenz“ titelte demzufolge vor wenigen Tagen die Bildzeitung anlässlich der IFA in ihrem Online Portal.

Totgesagte leben länger, dachten wir uns und was sagt eigentlich derjenige dazu, der sich auf Navigationshilfen im Alltag verlassen muss. Und so haben wir den Pfad journalistischer Weisheiten verlassen und den Bereich Navigation zusammen mit unserer Partneragentur genauer unter die Lupe genommen. Untersucht wurde der Zeitraum Januar 2010 bis einschließlich Juli 2010. Die Anzahl der Treffer lag bei knapp 30.000.

Auffallend war, dass die Diskussionen zu Navigationsgeräten hauptsächlich in speziellen Navigationsforen und in Netzwerken mit einem technischen Schwerpunkt stattfanden. Aus Sicht einer Guerilla Marketing Agentur erscheint dies sehr verwunderlich, angesichts der immensen Bedrohung durch Google. Es wäre vielmehr zu erwarten gewesen, dass sich die Hersteller statt über technische Details über emotionale Faktoren positiv abgrenzen – Erhöhung des Sympathie Faktors durch außergewöhnliche Aktionen. Warum nur, fährt man nicht öfter durch ein Automagazin? Oder ein Fahrradmagazin??

Statt dessen scheint man es zuzulassen, dass lediglich technisch verglichen wird, immer in der Hoffnung, dass man nicht so schlecht abschneidet. Die Nutzer, so hat unser Monitoring gezeigt, vergleichen in den Netzwerken die verschiedenen Anbieter von Navigationsgeräten und diskutieren vornehmlich deren Funktionsweise und Eigenschaften. Die Geräte von TomTom sind vor allem wegen ihrer Bedienerfreundlichkeit beliebt.

Für die Nutzer sind die Foren eine wichtige Anlaufstelle bei der Suche nach Kaufempfehlungen für die Anbieter von Navigationsgeräten. Sie erhalten in den Netzwerken ehrliche und authentische Erfahrungsberichte anderer Nutzer. Auch bei technischen Problemen und Fragestellungen wenden sich die Nutzer an die Netzwerke, um dort Ratschläge zu bekommen.

Bei Twitter sorgt vor allem die Meldung, dass es die „Navis von TomTom“ mit den Stimmen von Star Wars-Figuren gibt, für erhöhten Buzz und positives Feedback von den Nutzern, was unterstreicht, dass emotionale Aufladung technischer Produkte durchaus ankommt.  Einen offiziellen deutschsprachigen Twitter Account von TomTom gibt es nicht.

Innerhalb der sozialen Netzwerke stehen die internationalen Profile von TomTom im Vordergrund. Einen offiziellen deutschsprachigen Account gibt es bisher nur bei Facebook. Auch Garmin hat einen deutlich internationalen Schwerpunkt. Deutschsprachige Accounts sind kaum vertreten. Die vorhandenen Accounts sind eher auf Veranstaltungen und Aktionen als auf die Marke und die Produkte ausgerichtet.

Alles in allem ein hart umkämpfter Markt, der eine emotionale Aufladung der vorhandenen Marken gut vertragen könnte. Wer sich für die Kurz-Studie Navigation interessiert, kann sich gerne bei uns melden. Allen anderen wünschen wir ein sonniges Wochenende mit insPIRATion statt Navigation…

Es wird kalt in Social Media Welten: Keine Standheizungen weit und breit

Jahreszeitenbedingt wird es zunehmend kälter in deutschen Landen und das Thema Heizung insbesondere Standheizung im automobilen Bereich gewinnt demzufolge stark an Bedeutung. Wir haben uns deshalb den Bereich Auto-Zubehör (hier speziell Standheizungen) im Rahmen eines Monitorings näher angesehen. Der Betrachtungszeitraum war von Januar 2010 bis Juli 2010, es wurden 825 Netzwerke aus dem Gesamtquellenbestand von 5.320 Netzwerken untersucht – Gesamtvolumen: 3.917 Beiträge. Hierbei stachen die Marken Bosch, gefolgt von Webasto, Hella, Waeco und Eberspächer deutlich hervor.


Die Diskussion wird vor allem in Automobil-, Boote- und Campernetzwerken geführt. Vor allem Kleinbus- und Wohnmobilfahrer fokussieren sich auf Standheizungen. In den Foren tauschen sich die Nutzer rege über Ein- und Umbau, Service und die Inbetriebnahme der Standheizung und anderer Produkte aus. User vergleichen Marken wie Webasto, Bosch oder Eberspächer zum Teil sehr intensiv. Auffallend ist, dass Bosch eine Facebookseite mit über 6.000 Fans aufzuweisen hat, wohingegen Webasto über  keine deutschsprachigen Profile bei Facebook und Twitter verfügt. Bei XING ist ein Firmenprofil vorhanden, das allerdings nicht aktiv betreut wird.


Eberspächer hat deutschsprachige Profile bei Facebook und Twitter, die allerdings nicht regelmäßig aktiv betreut werden. Es bestehen keine Profile bei den VZ-Netzwerken, FlickR und YouTube.


Fazit: Es könnte wärmer sein im Netz…


Übrigens: Danke für alle Mails zum Thema viraler Clip. Wir haben jetzt eine „Kopier-Vorlage“ aus dem Brauereisektor „gefunden“ und haben unser bestehendes Filmmaterial diesbezüglich schon mal vorbereitet. Weitere Vorschläge immer willkommen….

Immee zweimal meehr wie du – Plagiat können wir auch

Wenn´s schee macht, sagte die Hausmeisterin aus der Lindenstraße in einem Werbeclip von Müller Milch und das sagen jetzt auch wir:

Wenn´s halt IN ist… dann klauen wir halt auch…

Und da es momentan IN zu sein scheint, erst ins Kino zu gehen und dann das Drehbuch zu schreiben, dann klauen wir halt auch mal, auch wenn es uns eigentlich widerstrebt – man muss den Trends folgen, wie sie fallen…

Gemeinsam mit dem besten Komplizen, den wir auf dem Filmmarkt finden konnten bringen wir in Kürze einen viralen Clip an den Start, den wir so aufbauen, dass wir definitiv von 1-3 bestehenden Werbe-Filmen klauen werden. Da wir aber eine Ideen Manufaktur sind, fällt es uns natürlich schwer, Ideen zu klauen. Ergo starten wir mit einem Aufruf an Markenfetischisten, Marketeers und alle, die Werbung lieben:

Welchen Film sollen wir klauen und in unseren viralen Clip einbauen?

Unabhängig davon steht fest: Der Clip wird auf den ersten Blick Werbung für eine Party Community der kochenden ART machen, er wird bei youtube, facebook und anderen Portalen platziert und die Zuschauer müssen herausfinden, bei welcher Marke / welchen Marken wir geklaut haben.

Marketingleiter können aber nicht nur Vorschläge, Ideen oder Wünsche äußern, sondern die durch den Clip beworbene Startseite für einen Monat buchen!

Gemeine Sache: Wir sind auch noch käuflich!

Analyse in eigener Sache

Dank der lapidaren Verkündigung auf facebook „schwingt sich jetzt auf ein motorrad und geht einen espresso trinken“ in Verbindung mit einem verschlüsselten Link (http://bit.ly/8YU4bk) sind gestern die Besucherzahlen förmlich durch die Decke geschossen – Guerilla Marketing in dem Praxistest… It works!


Die restlichen Besucher kamen durch Suchmaschinen, beispielsweise weil jemand einen Guerilla Marketing Blog gesucht hatte oder weil einige „Guerilla Marketing Versicherung“ eingetippt hatten – wer sucht wohl so etwas und vor allem: WAS soll das sein…? Wie schütze ich mich gegen Guerilla Marketing Agenturen?


Ein Blick auf die Top 10 der hier gelandeten Suchenden zeigt, dass wir uns ausgiebig mit der neuen Dachmarke ERGO beschäftigt haben. Weitere Besucher kamen aufgrund ihrer Suchen „ergo plagiat“, „plagiat ergo“, „ergo als arbeitgeber“ oder „ergo marketing“. Wenn jemand den Suchbegriff  „könnt ihr aufhören mich zu verunsichern“ eingibt, findet er Mind Store Marketing auf Platz drei bei Google und wie es aussieht, haben viele Menschen den Begriff eingegeben.


Gesucht wurde auch der Begriff Techem oder ISTA, was aufgrund der Überlegungen der letzten Tage nicht wundert (was allerdings verwundert, dass sich immer noch niemand von ISTA oder Techem gemeldet hat, um unsere Monitoring Studie abzuholen).



Reichlichst verwundert waren wir jedoch über den Besucher, der uns aufgrund des Suchbegriffes “edeka frauen tuning” gefunden hat.



Mit diesem Suchbegriff haben wir es doch tatsächlich geschafft, bei Google auf Platz eins zu kommen. Das hilft uns zwar nicht wirklich weiter, wenn uns jemand sucht, der twitter Betreuung braucht oder ein Blog Konzept, aber es bringt uns sicherlich neue Kunden mit vollkommen neuen Anforderungen. Wir sind gespannt…

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