Archiv für September 2009
IAA – Rückblick
So mancher Automobilhersteller hätte wohl besser die Models als das Auto enthüllt.

Aber: auch Spielzeuge für Paris Hilton & Co. muss es schließlich auf der IAA geben und so gehörten diverse Varianten in Pink mit zum Erscheinungsbild der Messe.

Sie begann am 17.9. und endete am 27.9.2009. Grund genug, sich den einen oder anderen Gedanken zur IAA nochmals durch den Kopf gehen zu lassen. Die Eon Elektrotankstelle war sicherlich ein symptomatisches Bild für die diesjährige „Grüne Messe“ in Frankfurt.

Die meisten Hersteller hatten die Themen „Umwelt“ und „Kostenersparnis“ auf der Agenda stehen. Nur wenige trauten sich, von Fahrspaß zu reden.
Bei allen Umweltdiskussionen stellt sich jedoch die Frage: was passiert mit den vielen Batterien und Akkus? Wie werden sie umweltfreundlich entsorgt? Jeder Vieltelefonierer weiß, dass ein Handyakku nach kurzer Zeit rapide nachläßt. Wieso kommt dieses Thema bei den Automobielherstellern nicht auf?

Eine echte „Neuheit“ war unter anderem zweifelsohne der Trabi. Den ambitionierten Autobauern bleibt zu wünschen, dass sich ein Investor findet, der den Bau eines Volksautos mit Kultfaktor ermöglicht.
Ebenfalls neu auf der IAA war der Roadster aus dem Bayrischen Wald. Roding Automobile gehörten zu den wenigen, die sich tauten,von Fahrspaß zu sprechen. Dennoch wurde hier das Thema Energie nicht vernachlässigt. Bei Roding ist es die Leichtbauweise, die für Effizienz und somit weniger Energieverbrauch sorgt.

Last but not least: Die BMW Halle zeigte, dass man auch optimistisch in die Zukunft blicken kann und der Stand von Harley Davidson strahlt entspannte Marktführerschaft aus.
DMEXCO 2009 – 15.000 Besucher und eine positive Bilanz
Es waren zwar weniger Aussteller und laut w&v auch weniger Besucher (knapp 15.000 gegenüber 20.000 Besuchern auf der letzten OMD). Wenn man allerdings mit Messeteilnehmern sprach, war unisono jeder der Meinung, dass die Qualität der Gespräche und die zu erwartenden Ergebnisse Alles aus der Vergangenheit übertraf. Trotz Krisenstimmung war Kampfgeist und Kreativität zu spüren.
Trend eins der Dmexco war eindeutig die Nutzung von Synergien, Einsparung von Kosten bei gleichzeitiger Steigerung des Outputs. Zu beobachten war, dass auf der Personalseite eingespart wird und ein Vertriebszweig beispielsweise weitere Vermarktungspakete zusätzlich übernimmt. Statt zwei Vertriebsprofis (z.B. Online plus Radio) nur noch ein Salesprofi für zwei bis drei Pakete.
Die Kostendiskussion führt dazu, dass frühere Top Manager der Branche nun verstärkt als Interim Manager ihr Know How zur Verfügung stellen. Auffallend in diesem Zusammenhang ebenfalls: Die Zahl der Business Angel und Venture Capital Gesellschaften auf der Messe (sei es als Aussteller oder als Besucher) ist spürbar angestiegen.
Displaywerbung, so wurde gefachsimpelt, gehöre der Vergangenheit an, mangels Alternativen, wurde sie dennoch massiv angepriesen. Gefordert wurden in diesem Zusammenhang vernetzte Angebote. Advertorials sind gefragt, werden aber nicht immer verstanden.
Trend zwei: Mobile Content wurde deutlich stärker angeboten – das iphone hat hierzu sicherlich nicht unerheblich beigetragen.
Trend drei: Es war zu spüren, dass der Markt im Bewegtbildzeitalter angekommen ist.
Fazit: Trotz Krise, eine Branche im Aufbruch.
Making Of
Wer den Kommunikationsschwerpunkt auf Virales Marketing und Social Media legt, muss die klassischen Medien nicht vernachlässigen.
Die Pressetage der IAA haben gezeigt, dass die schreibende Zunft durchaus in der Generation Facebook zu finden ist bzw. dieser auch wohl gesonnen ist, anders als uns diverse Stimmen aus der Verlagswelt glauben machen wollen.

Eine Social Media Kommunikationsstrategie schließt zudem eine klassische Berichterstattung nicht aus und so freute sich Roding Automobile sehr über den Standbesuch eines Kamerateams von Auto Motor Sport.
Filmmaterial zum Thema Roding: www.youtube.de/roding
Virales Marketing im Praxistest: Roding – the day after
Frankfurt 15. September 2009: Es war ein erhebender Moment: Die Geburtsstunde einer neuen Marke, eines neuen Roadsters. Der Roding wurde heute einer interessierten Öffentlichkeit auf der IAA präsentiert.
Der Markenname Roding wurde von Mind Store Marketing erschaffen. Der Name steht für die Schönheit der Natur des Bayerischen Waldes, er steht für Ursprünglichkeit, für Purismus verbunden mit modernster Technologie.
Roding steht für Aufbruch in eine neue Design- und Technologie-Ära: Leichtbau, unverwechselbares Design, Fahrperformance und Exklusivität.
Parallel zur Premiere auf der Automesse startet ein eigener Channel auf youtube: www.youtube.de/roding
Damit verfolgt Roding Automobile eine vollkommen andere Strategie. Keine Pressekonferenz, keine Werbekampagne, keine Promotion. Roding setzt auf Virales Marketing und Social Media.

„Unser Roadster ist so individuell wie unser Kunde und seine automobilen Wünsche“, sagt Robert Maier, einer der Firmengründer von Roding Automobile. So unique wie der Roding war dann auch der Messeauftritt.
Der Sportwagen wird nicht jedem gezeigt. Samurai Flaggen schirmen den Roadster vor allzu neugierigen Blicken ab. Die Autobauer wollen sich Zeit für individuelle Gespräche nehmen. Deshalb ist der Zugang zum Fahrzeug nicht der breiten Masse möglich.
Weitere Infos unter: www.roding-automobile.de
Die neuesten Filme unter: www.youtube.de/roding
Marketing Outsourcing: Roding – Roadster neu definiert!
Am 15.9. werden wir auf der IAA 2009 erstmals einem erlesenen Kreis von Experten eine automobile Neuentwicklung präsentieren: den Roding.
Mit dem Roding wollen wir eine komplette Neuinterpretation des Fahrzeugsegments Roadster schaffen. Grundlagen sind eine moderne Fahrzeugarchitektur, der Einsatz von Hightech Materialien und Technologien. Der Roding ist ein zweisitziger Mittelmotor‐Sportwagen mit Heckantrieb und Verbrennungsmotor für Sportfahrer und automobile Individualisten. Durch konsequenten Leichtbau wird ein hohes Maß an Fahrdynamik und Performance erzielt. Sein Terrain sind Rennstrecken, aber auch kurvige Landstraßen und Bergpässe.
Mit einer Länge von 3,9 m, einer Breite von 1,85 m und der geringen Fahrzeughöhe von 1,19 m bietet der Roadster ein kraftvolles Erscheinungsbild. Die Fahrgastzelle ist aus Kohlefaser gefertigt, Vorder‐ und Hinterwagen in Aluminium‐Spaceframe‐Bauweise. Der Roding entsteht auf Basis modernster Entwicklungsmethoden. Das Leichtbaukonzept in Verbindung mit einer leistungsstarken Motorisierung verschaffen dem Roadster ein Leistungsgewichtverhältnis von weniger als 3 kg/PS. Der einmalige Sportwagen ist ab Anfang 2011 in Kleinserie erhältlich. Er wird komplett in Deutschland entwickelt und in einer neuen Manufaktur gefertigt. Dabei wird jedes Fahrzeug individuell auf die Wünsche und Bedürfnisse des Kunden zugeschnitten.
Als Marketingagentur, die das Projekt nun seit über einem Jahr begleitet, freuen wir uns auf gute Gespräche in Frankfurt auf der IAA in Halle 4 Stand C25.
Roding ist eines unserer Marketing Outsourcing Projekte das zeigt, dass Marketing Know How nicht unbedingt inhouse platziert sein muss. Es unterstreicht unsere These, dass sich die Arbeitswelt vom Konzern zum Netzwerk entwickelt.
Zukünftig werden wir das Outsourcing- Prinzip mit Partnern wie beispielsweise Saint Elmo´s (Kreativagentur), Adtraffic (SEO/SEM), Beratungskontor (Berater für öffentliche Fördermittel), Interim Managern, Häberlein & Mauerer (PR Agentur) sowie renommierten Anwaltskanzleien ausbauen. Unser Angebot in diesem Zusammenhang: Maßgeschneiderte (Marketing)Lösungen für Mittelstand und Konzerne.
Ein besonderer Dank gilt in diesem Zusammenhang den Google Automotive Experten, die uns durch Rat und Tat bei der Erstellung eines eigenen Roding Channels unterstützt haben: www.youtube.de/roding – Virales Marketing im Praxistest.
the best is yet to come
Aktuelle Messe Termine
IAA Frankfurt
Wir sind vom 15.9 bis 17.9. auf der IAA in Frankfurt in Halle 4.0 Stand C25 bei Roding Automobile.
Roadster neu definiert: Weltpremiere des RODING
dmexco Köln
Als Spezialisten aus dem Medienbereich sind wir natürlich auch am 23.9./24.9. in Köln auf der dmexco
Wir freuen uns auf ein persönliches Gespräch.
Internet Manifest
Anbei das Internet Manifest mit freundlicher Genehmigung von Stefan Niggemeier
Wir werden die Thesen in den nächsten Tagen diskutieren und den einen oder anderen Gedanken in diese wichtige Diskussion einfließen lassen.
Wie Journalismus heute funktioniert. 17 Behauptungen.
1. Das Internet ist anders.
Es schafft andere Öffentlichkeiten, andere Austauschverhältnisse und andere Kulturtechniken. Die Medien müssen ihre Arbeitsweise der technologischen Realität anpassen, statt sie zu ignorieren oder zu bekämpfen. Sie haben die Pflicht, auf Basis der zur Verfügung stehenden Technik den bestmöglichen Journalismus zu entwickeln – das schließt neue journalistische Produkte und Methoden mit ein.
2. Das Internet ist ein Medienimperium in der Jackentasche.
Das Web ordnet das bestehende Mediensystem neu: Es überwindet dessen bisherige Begrenzungen und Oligopole. Veröffentlichung und Verbreitung medialer Inhalte sind nicht mehr mit hohen Investitionen verbunden. Das Selbstverständnis des Journalismus wird seiner Schlüssellochfunktion beraubt – zum Glück. Es bleibt nur die journalistische Qualität, die Journalismus von bloßer Veröffentlichung unterscheidet.
3. Das Internet ist die Gesellschaft ist das Internet.
Für die Mehrheit der Menschen in der westlichen Welt gehören Angebote wie Social Networks, Wikipedia oder Youtube zum Alltag. Sie sind so selbstverständlich wie Telefon oder Fernsehen. Wenn Medienhäuser weiter existieren wollen, müssen sie die Lebenswelt der Nutzer verstehen und sich ihrer Kommunikationsformen annehmen. Dazu gehören die sozialen Grundfunktionen der Kommunikation: Zuhören und Reagieren, auch bekannt als Dialog.
4. Die Freiheit des Internet ist unantastbar.
Die offene Architektur des Internet bildet das informationstechnische Grundgesetz einer digital kommunizierenden Gesellschaft und damit des Journalismus. Sie darf nicht zum Schutz der wirtschaftlichen oder politischen Einzelinteressen verändert werden, die sich oft hinter vermeintlichen Allgemeininteressen verbergen. Internet-Zugangssperren gleich welcher Form gefährden den freien Austausch von Informationen und beschädigen das grundlegende Recht auf selbstbestimmte Informiertheit.
5. Das Internet ist der Sieg der Information.
Bisher ordneten, erzwungen durch die unzulängliche Technologie, Institutionen wie Medienhäuser, Forschungsstellen oder öffentliche Einrichtungen die Informationen der Welt. Nun richtet sich jeder Bürger seine individuellen Nachrichtenfilter ein, während Suchmaschinen Informationsmengen in nie gekanntem Umfang erschließen. Der einzelne Mensch kann sich so gut informieren wie nie zuvor.
6. Das Internet verändert verbessert den Journalismus.
Durch das Internet kann der Journalismus seine gesellschaftsbildenden Aufgaben auf neue Weise wahrnehmen. Dazu gehört die Darstellung der Information als sich ständig verändernder fortlaufender Prozess; der Verlust der Unveränderlichkeit des Gedruckten ist ein Gewinn. Wer in dieser neuen Informationswelt bestehen will, braucht neuen Idealismus, neue journalistische Ideen und Freude am Ausschöpfen der neuen Möglichkeiten.
7. Das Netz verlangt Vernetzung.
Links sind Verbindungen. Wir kennen uns durch Links. Wer sie nicht nutzt, schließt sich aus dem gesellschaftlichen Diskurs aus. Das gilt auch für die Online-Auftritte klassischer Medienhäuser.
8. Links lohnen, Zitate zieren.
Suchmaschinen und Aggregatoren fördern den Qualitätsjournalismus: Sie erhöhen langfristig die Auffindbarkeit von herausragenden Inhalten und sind so integraler Teil der neuen, vernetzten Öffentlichkeit. Referenzen durch Verlinkungen und Zitate – auch und gerade ohne Absprache oder gar Entlohnung des Urhebers – ermöglichen überhaupt erst die Kultur des vernetzten Gesellschaftsdiskurses und sind unbedingt schützenswert.
9. Das Internet ist der neue Ort für den politschen Diskurs.
Demokratie lebt von Beteiligung und Informationsfreiheit. Die Überführung der politischen Diskussion von den traditionellen Medien ins Internet und die Erweiterung dieser Diskussion um die aktive Beteiligung der Öffentlichkeit ist eine neue Aufgabe des Journalismus.
10. Die neue Pressefreiheit heißt Meinungsfreiheit.
Artikel 5 des Grundgesetzes konstituiert kein Schutzrecht für Berufsstände oder technisch tradierte Geschäftsmodelle. Das Internet hebt die technologischen Grenzen zwischen Amateur und Profi auf. Deshalb muss das Privileg der Pressefreiheit für jeden gelten, der zur Erfüllung der journalistischen Aufgaben beitragen kann. Qualitativ zu unterscheiden ist nicht zwischen bezahltem und unbezahltem, sondern zwischen gutem und schlechtem Journalismus.
11. Mehr ist mehr – es gibt kein Zuviel an Information.
Es waren einst Institutionen wie die Kirche, die der Macht den Vorrang vor individueller Informiertheit gaben und bei der Erfindung des Buchdrucks vor einer Flut unüberprüfter Information warnten. Auf der anderen Seite standen Pamphletisten, Enzyklopädisten und Journalisten, die bewiesen, dass mehr Informationen zu mehr Freiheit führen – sowohl für den Einzelnen wie auch für die Gesellschaft. Daran hat sich bis heute nichts geändert.
12. Tradition ist kein Geschäftsmodell.
Mit journalistischen Inhalten lässt sich im Internet Geld verdienen. Dafür gibt es bereits heute viele Beispiele. Das wettbewerbsintensive Internet erfordert aber die Anpassung der Geschäftsmodelle an die Strukturen des Netzes. Niemand sollte versuchen, sich dieser notwendigen Anpassung durch eine Politik des Bestandsschutzes zu entziehen. Journalismus braucht einen offenen Wettstreit um die besten Lösungen der Refinanzierung im Netz und den Mut, in ihre vielfältige Umsetzung zu investieren
13. Im Internet wird das Urheberrecht zur Bürgerpflicht.
Das Urheberrecht ist ein zentraler Eckpfeiler der Informationsordnung im Internet. Das Recht der Urheber, über Art und Umfang der Verbreitung ihrer Inhalte zu entscheiden, gilt auch im Netz. Dabei darf das Urheberrecht aber nicht als Hebel missbraucht werden, überholte Distributionsmechanismen abzusichern und sich neuen Vertriebs- und Lizenzmodellen zu verschließen. Eigentum verpflichtet.
14. Das Internet kennt viele Währungen.
Werbefinanzierte journalistische Online-Angebote tauschen Inhalte gegen Aufmerksamkeit für Werbebotschaften. Die Zeit eines Lesers, Zuschauers oder Zuhörers hat einen Wert. Dieser Zusammenhang gehört seit jeher zu den grundlegenden Finanzierungsprinzipien für Journalismus. Andere journalistisch vertretbare Formen der Refinanzierung wollen entdeckt und erprobt werden.
15. Was im Netz ist, bleibt im Netz.
Das Internet hebt den Journalismus auf eine qualitativ neue Ebene. Online müssen Texte, Töne und Bilder nicht mehr flüchtig sein. Sie bleiben abrufbar und werden so zu einem Archiv der Zeitgeschichte. Journalismus muss die Entwicklungen der Information, ihrer Interpretation und den Irrtum mitberücksichtigen, also Fehler zugeben und transparent korrigieren.
16. Qualität bleibt die wichtigste Qualität.
Das Internet entlarvt gleichförmige Massenware. Ein Publikum gewinnt auf Dauer nur, wer herausragend, glaubwürdig und besonders ist. Die Ansprüche der Nutzer sind gestiegen. Der Journalismus muss sie erfüllen und seinen oft formulierten Grundsätzen treu bleiben.
17. Alle für alle.
Das Web stellt eine den Massenmedien des 20. Jahrhunderts überlegene Infrastruktur für den gesellschaftlichen Austausch dar: Die „Generation Wikipedia” weiß im Zweifel die Glaubwürdigkeit einer Quelle abzuschätzen, Nachrichten bis zu ihrem Ursprung zu verfolgen und zu recherchieren, zu überprüfen und zu gewichten – für sich oder in der Gruppe. Journalisten mit Standesdünkel und ohne den Willen, diese Fähigkeiten zu respektieren, werden von diesen Nutzern nicht ernst genommen. Zu Recht. Das Internet macht es möglich, direkt mit den Menschen zu kommunizieren, die man einst Leser, Zuhörer oder Zuschauer nannte – und ihr Wissen zu nutzen. Nicht der besserwissende, sondern der kommunizierende und hinterfragende Journalist ist gefragt.
Internet, 07.09.2009
Markus Beckedahl
Mercedes Bunz
Julius Endert
Johnny Haeusler
Thomas Knüwer
Sascha Lobo
Robin Meyer-Lucht
Wolfgang Michal
Stefan Niggemeier
Kathrin Passig
Janko Röttgers
Peter Schink
Mario Sixtus
Peter Stawowy
Fiete Stegers
IAA: Gedanken zur Messe
Jahrelang ist man an einer „Münchner Institution“ vorbeigefahren: Autohaus König an der renommierten Adresse Brienner Straße und jahrelang hat man sich an strahlenden Markennamen wie Ferrari, Bentley oder Maserati erfreut und gerne hat man einen Blick in die Schaufenster geworfen.

Und plötzlich: Arbeiter demontieren den Firmennamen und auch die großen Markennamen verschwinden. Statt dessen ein großes Plakat im Fenster: „Zu vermieten“. Was nur, so fragt man sich, ist aus der schillernden Autowelt geworden? Wo ist der Glanz vergangener Tage geblieben? Was wird in Zukunft aus der Autoindustrie?
Die Regierung konnte den Niedergang mit Regenschirmen und Subventionen nicht verhindern. Zu tief sind die Folgen von Mißmanagement und fehlendem unternehmerischen Weitblick. Die Abwrackprämie ist ausgelaufen. Die Zahl der Insolvenzen, so eine Roland Berger Studie, wird entlang der automobilen Wertschöpfungskette deutlich steigen, so berichtet die ARD dieser Tage. Man rechnet damit, dass fast jeder zweite deutsche Autohändler akut von der Insolvenz bedroht ist. Bei 27.000 Händlern in Deutschland könnten demnach bis zu 30.000 Stellen wegfallen. Insgesamt geht die Studie davon aus, dass im Automobilsektor ca. 90.000 Stellen gefährdet sind.

Der Automobilexperte Ferdinand Dudenhöffer hatte bereits gegenüber tagesschau.de prognostiziert, dass die strukturelle Krise durch die Abwrackprämie nur verdeckt worden sei. Er bezeichnete die Abwrackprämie als katastrophal, als ein konjunkturelles Strohfeuer, das die Krise nur ins nächste Jahr verschiebt. Dudenhöffers Fazit: “Mit fünf Milliarden Euro ist eine große Wahlparty finanziert worden“.
Neben den Autohändlern sind auch die großen Messen von der Wirtschaftskrise betroffen. Die Messegesellschaft in Frankfurt, so konnte man im Handelsblatt lesen, trotzt zwar der allgemeinen Krise und hofft sogar noch mit einem Gewinn abschließen zu können, aber dennoch werden schmerzhafte Umsatzeinbrüche durch weniger vermietete Ausstellungsfläche zu verzeichnen sein. Der IAA-Veranstalter rechnet zwar mit 700 Ausstellern, aber dennoch sind dies knapp zehn Prozent weniger als vor zwei Jahren. 2009 fehlen nicht nur japanische Marken wie Nissan und Daihatsu, sondern auch die General-Motors-Marken Cadillac und Chevrolet.
Der Abwärtstrend der Messen war bereits im letzten Jahr auf der Motor Show in Essen festzustellen. Leere Hallen und nur wenige Besucher. Zu Jahresbeginn setzte sich dieser Trend auf der AMI in Leipzig fort: Leere Hallen und wenige Besucher. Die Leitmesse im Tuningbereich, die Tuning World Bodensee verzeichnete hingegen im Mai zwar weniger Aussteller, das Interesse der Besucher war jedoch ungebrochen.
Aus Marketingsicht ist anzumerken, dass einige Messegesellschaften jahrelang auf den Abwärtstrend hingearbeitet haben. Wer durch hohe Eintrittspreise und überteuerte Bockwurst wie beispielsweise die Messe in Essen den Besucher ärgert, muss mit dem etwas modifizierten Zitat vom Krug und vom Brunnen leben: Der Besucher geht so lange zur Messe bis er bricht!
Wir sind gegen langweilige Events. Mind Store Marketing: Inszenierungen für Ihre Marke.