Wenn man so tut als ob man etwas könnte, kann man theoretisch eigentlich alles. Praktisch macht man zwar nichts, aber das ist nicht besonders schlimm, was zwar nicht das Gleiche ist, wie nichts Besonderes und etwas anderes als etwas Besonderes, aber auch nicht besonders schlimm. Ist das etwa nichts? In Anlehnung an taoistisches Gedankengut: Erst einmal nichts tun und dann abwarten.

Übertragen auf die Wirtschaft: Auch nicht besonders schlimm, denn die anderen sind ja auch Mittelmaß und wen interessiert, dass Robinson Krösus auf eine Schweizer Insel abgewandert ist.

Übertragen auf zwischenmenschliche Beziehungen: Überhaupt nicht schlimm, denn Frauen sind entweder metro-A-sexuell und/oder ritterlichkeitsresistent und junge Männer kennen sich wesentlich besser mit der  Playstation aus als mit Frauen, was letztere nicht besonders finden, aber auch nicht besonders schlimm. Damit man nun aus dem passiven metro-A-sexuellen Status herauskommt, gibt es neben dem sozio-deskriptiven und in jeder Lage treffenden „es ist kompliziert“, jetzt auch „angestupst“.

Angestupst kann je nach Lebenslage und Laune interpretiert werden mit „keinen Bock zu reden“, „er liebt mich“, „lass uns was trinken“, „er will eine Beziehung“ (zurückgestupst: Wir sind so gut wie verheiratet), „sie will essen gehen“, „sie will der Nachtisch sein“ bis hin zu „mein Therapeut hat gesagt, ich soll mal klein anfangen…“

Status „angestupst“ ist die Reduzierung der Kommunikation auf die non-verbale Ebene unter 140 Zeichen. Keiner weiß, was es bringen soll, aber stupsen kostet ja auch nichts. Je weniger Hirmasse, desto witziger wird das „Stupsen“ eingestuft. Wenn man keine Zeit oder keine Lust auf Kommunikation hat oder wenn schlichtweg die Fähigkeit hierfür abhanden gekommen ist, dann stupst man mal ne Runde. Der Angestupste ignoriert oder lässt sich auf auf einen hirnlosen Nachrichtenstrom ein (Prokrastination, wir kommen…)

Nochmals übertragen auf die Wirtschaft: Statt einer Mail wie „Ich finde Ihren neuen Ansatz. Und ich würde gerne kommen mit Ihnen zu. Das würde mich wirklich sehr“, stupst man den zukünftigen Kunden einfach an und tut so, als ob man eine Geschäftsbeziehung hätte – und tut dann so, also ob man eine hat. Dies ist die ökologisch korrekte Version, denn niemand verliert Zeit mit Präsentationen, keiner verschwendet Energie im Rahmen von Geschäftsreisen und auch die Rechtsabteilungen hätten weniger zu tun.

Erkenntnis, einen Tag nach dem Tag der deutschen Einfältigkeit: Mind Store Marketing bietet aus oben skizzierten Gründen ab sofort Workshops zum Thema „Extreme Anstupsing“ und selbstverständlich integrieren wir dieses neue Thema auch in unsere Trendtage